Tödlicher Drohnenangriff auf Bus in der Südukraine
Bei einem russischen Drohnenangriff im Süden der Ukraine sind nach ukrainischen Angaben mindestens fünf Menschen getötet worden. Ziel war demnach ein Linienbus in der Region Nikopol. Zudem seien sieben Fahrgäste verletzt worden, erklärte der Gouverneur des Gebiets Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, auf Telegram. Die Verletzten würden medizinisch versorgt und erhielten die notwendige Hilfe. Hanscha sprach von russischem Terror und veröffentlichte ein Bild des beschädigten Busses, auf dem Blutspuren zu sehen waren.
Auch aus Kiew wurden erneut russische Angriffe gemeldet. Nach Behördenangaben gerieten Lagerhallen in Brand, außerdem sei ein Mensch verletzt worden. Eine unabhängige Bestätigung dieser Informationen liegt nicht vor.
Personenzug auf Strecke Kiew–Mykolajiw beschädigt
Im Gebiet Mykolajiw meldete die ukrainische Eisenbahngesellschaft den Einschlag einer Drohne in den Personenzug Nummer 122 auf der Verbindung zwischen Kiew und Mykolajiw. Nach Angaben der Bahn konnten sich alle 170 Passagiere rechtzeitig in Sicherheit bringen. Verletzte habe es nicht gegeben. Allerdings fing der Zug Feuer.
Auch in Kowel im nordwestukrainischen Gebiet Wolyn wurde nach ukrainischen Angaben eine Lokomotive getroffen.
Russland hat seine Angriffe auf Züge und Bahnanlagen in jüngster Zeit verstärkt. Die Ukraine beklagt, dass bereits Hunderte Lokomotiven beschädigt oder zerstört worden seien und ersetzt werden müssten.
Die ukrainische Luftabwehr teilte am Morgen mit, Russland habe insgesamt 80 Flugobjekte eingesetzt. Mehr als 60 davon seien unschädlich gemacht worden. Mehrere Drohnen hätten jedoch ihre Ziele erreicht.

Selenskyj verlangt mehr Druck auf Russland
Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte den Angriff scharf und sprach auf Telegram von einem „Akt der Barbarei“. Er forderte die USA und die Europäische Union auf, den Druck auf Moskau durch strengere Sanktionen zu erhöhen, um Russland zu einem Ende des Krieges zu zwingen.
Zugleich warnte Selenskyj davor, dem Angreifer durch Lockerungen bei den Strafmaßnahmen entgegenzukommen. Angesichts der täglichen brutalen Tötungen durch Russland müssten die Sanktionen konsequent bestehen bleiben. Jetzt sei nicht der Moment, den Druck zu verringern.
Die Ukraine wehrt sich seit mehr als viereinhalb Jahren mit westlicher Militärhilfe gegen den russischen Angriffskrieg.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber