Ukraine

Trump: Stoppen Moskau und Kiew jetzt die Energie-Angriffe?

Trump verkündet überraschende Wende: Russland und Ukraine wollen Energieziele schonen – doch Beweise fehlen.

14.09.2026, 17:46 Uhr

Nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump wollen Russland und die Ukraine auf Angriffe gegen die Energieinfrastruktur der jeweils anderen Seite verzichten. Das teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit, ohne nähere Einzelheiten zu nennen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte auf X, ein deeskalierender Schritt beim Schutz kritischer Infrastruktur könne „ein erster Schritt in Richtung Frieden“ sein. „Der Krieg muss beendet werden.“ Aus Moskau gab es zunächst keine Reaktion.

In den vergangenen Monaten hatte die Ukraine wiederholt russische Anlagen der Erdölindustrie schwer angegriffen und damit zeitweise auch Engpässe auf dem russischen Treibstoffmarkt ausgelöst. Russland reagierte mit gezielten Attacken auf Energieanlagen in der Ukraine und nahm dabei auch einzelne Tankstellen ins Visier. Auch auf dem Schwarzen Meer griffen beide Kriegsparteien wiederholt Ziele der Gegenseite an.

Bereits am Vortag hatte Trump den ukrainischen Präsidenten Selenskyj öffentlich aufgefordert, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen. Vor Journalisten im irischen Doonbeg machte er Selenskyj für eine weltweite Dieselknappheit mitverantwortlich und sagte, dieser müsse damit aufhören, die Dieselversorgung in Russland lahmzulegen. Unerwähnt ließ Trump dabei, dass die jüngste Energiekrise laut Kritikern vor allem durch den US-Krieg gegen den Iran und die Lage in der Straße von Hormus verschärft worden sei.

Selenskyj will mit Trump sprechen

Trump erklärte zudem, die USA hätten mit Selenskyj bereits über Angriffe auf den Energiesektor gesprochen. Es gebe viele andere militärische Ziele, Energieanlagen sollten aber verschont bleiben. Seit Sonntag wurden keine neuen Angriffe auf Energieanlagen beider Seiten bekannt.

Selenskyj hatte zuvor angekündigt, er wolle sich am 20. oder 21. September in New York mit Trump treffen. Dabei solle es unter anderem um mögliche Feuerpausen auf dem Meer sowie beim Schutz von Energieanlagen gehen. Im ukrainischen Fernsehen sagte Selenskyj, sein Land sei für eine solche Feuerpause im Bereich Seeverkehr und Energie offen. Ob das Treffen zustande kommt, hänge auch von Trumps Plänen und seiner eigenen Reisemöglichkeit nach New York ab.

Selenskyj zweifelt an Moskaus Absichten

Auf X schrieb Selenskyj außerdem, er habe den Partnern der Ukraine vorgeschlagen, eine Vereinbarung mit Russland zu erreichen, um die Zerstörung kritischer Infrastruktur zu stoppen. Russische Angriffe richteten sich aus seiner Sicht vor allem gegen die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Energie.

Zugleich äußerte er Zweifel daran, dass Moskau sich an eine solche Absprache halten würde. Wenn die Partner der Ukraine garantieren könnten, dass Russland tatsächlich Angriffe auf das ukrainische Stromnetz, andere Energieanlagen, kritische Infrastruktur und Versorgungswege für Lebensmittel unterlasse, sei Kiew bereit, seinerseits eine Einstellung entsprechender Angriffe sicherzustellen. Dies dürfe jedoch nicht nur für die Dauer der russischen Duma-Wahlen vom 18. bis 20. September gelten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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