Ukraine

Schock in Polen: Es war Putins Rakete

Jetzt ist es offiziell: Über Polen stürzte ein russischer Marschflugkörper ab – mit brisanter, potenziell tödlicher Ladung.

31.07.2026, 10:42 Uhr

Die über Polen abgestürzte Rakete ist nach Angaben der Regierung in Warschau eindeutig ein russischer Marschflugkörper vom Typ Ch-101. Vizeverteidigungsminister Cezary Tomczyk sagte am Donnerstagabend dem Radiosender Rmf.fm nach einem Gespräch mit Einsatzleiter General Ireneusz Nowak, dies könne mit voller Verantwortung bestätigt werden.

Tomczyk erklärte, die Ch-101 sei ein potenziell äußerst gefährlicher Marschflugkörper, der auch mit Atomsprengköpfen bestückt werden könne. Die Rakete sei beim Aufprall explodiert.

Als Reaktion auf den Vorfall bestellte das polnische Außenministerium den russischen Botschafter in Warschau ein, wie Regierungschef Donald Tusk mitteilte. In Polen und den baltischen Staaten gibt es die Sorge, Russland könne wegen seiner Schwierigkeiten im Ukraine-Krieg gezielt Provokationen gegen Nato-Gebiet unternehmen.

Staatsanwaltschaft: Viele Trümmerteile im Krater gefunden

Nach Angaben eines Sprechers der zuständigen Staatsanwaltschaft in Lublin wurden im Einschlagskrater zahlreiche Trümmerteile sichergestellt. Dazu zählten demnach auch der Antrieb und Teile der Elektrik.

Die gesicherten Materialien erlaubten laut Staatsanwaltschaft die eindeutige Schlussfolgerung, dass der Marschflugkörper vom Typ Ch-101 im zweiten Quartal 2026 in einem Rüstungsbetrieb in der Region Moskau hergestellt worden sei.

"Das zeigt, dass Russland zum Beschuss der Ukraine Raketen einsetzt, die laufend produziert werden", schrieb Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz auf X. Das bestätige Informationen, wonach Russlands Munitionsvorräte zur Neige gingen.

Die Ermittler prüfen den Fall nun wegen Verletzung des polnischen Luftraums sowie wegen der Verursachung einer Katastrophe in der Luftfahrt, durch die Leben und Gesundheit vieler Menschen gefährdet worden seien.

Rakete stürzte in Ostpolen auf ein Feld

Der Vorfall ereignete sich am Donnerstag während schwerer russischer Luftangriffe auf die Ukraine. Dabei drang ein Flugobjekt in den Luftraum des Nato-Mitglieds Polen ein und stürzte anschließend ab.

Die Absturzstelle liegt auf einem Feld nahe Tarnawa Kolonia, südlich von Lublin und rund 90 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Verletzt wurde niemand.

Zunächst hatte die polnische Regierung lediglich von einer mutmaßlich russischen Rakete gesprochen. Weitere Untersuchungen sollten erst Klarheit bringen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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