Ukraine

Hunderte Drohnen: Putins Raffinerie im Visier

Mitten ins russische Hinterland: Warum die Ukraine ausgerechnet Putins Ölindustrie ins Visier nimmt

19.05.2026, 09:12 Uhr

Das russische Verteidigungsministerium hat in der Nacht erneut einen umfangreichen ukrainischen Drohnenangriff gemeldet. Nach Moskauer Angaben wurden 315 unbemannte Flugobjekte abgefangen. Die Einsätze hätten sich über weite Teile des westlichen und zentralen Russlands erstreckt, darunter auch die Region um die Hauptstadt Moskau. Die hohe Zahl deutet auf eine groß angelegte Attacke hin. Wie hoch der tatsächliche Anteil der abgewehrten Drohnen war, lässt sich aus den russischen Angaben allerdings nicht ableiten.

Raffinerie bei Jaroslawl offenbar im Visier

Als mögliches Ziel nannten russische und ukrainische Telegram-Kanäle die Raffinerie von Jaroslawl an der Wolga nordöstlich von Moskau. Der Gouverneur der Region, Michail Jewrajew, erklärte laut der staatlichen Agentur Tass, herabfallende Drohnenteile hätten in einem Industriebetrieb ein Feuer ausgelöst. Zudem sei eine Ausfallstraße Richtung Moskau gesperrt worden. In diesem Bereich befindet sich eine der größten Raffinerien des Landes.

Die Ukraine greift seit Monaten gezielt Einrichtungen der russischen Ölindustrie an, darunter Raffinerien, Pumpstationen und Exporthäfen. Damit soll zum einen die Versorgung der russischen Streitkräfte mit Treibstoff beeinträchtigt, zum anderen durch geringere Exporteinnahmen der finanzielle Spielraum des Kremls geschwächt werden. Bereits in der Nacht zum Sonntag hatte ein schwerer ukrainischer Drohnenangriff erstmals Schäden in Vororten von Moskau verursacht.

Verletzte nach Angriffen auf Charkiw

Die ukrainische Luftwaffe teilte am Morgen mit, Russland habe in der Nacht 209 Drohnen verschiedener Bauarten eingesetzt. Davon seien 180 abgeschossen worden. Treffer habe es unter anderem in Charkiw gegeben, wo nach Behördenangaben drei Menschen verletzt wurden. Auch der Donauhafen Ismajil sei angegriffen worden. Russland führt seit mehr als vier Jahren einen zerstörerischen Krieg gegen die Ukraine.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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