Trump kündigt sofortige Schließung des Kennedy Centers an
Das Kennedy Center, die größte öffentliche Kultureinrichtung in Washington, soll nach Angaben von US-Präsident Donald Trump mit sofortiger Wirkung geschlossen werden. Auf seiner Plattform Truth Social nannte Trump Sicherheitsprobleme und einen akuten Sanierungsbedarf als Gründe. Die geplanten Arbeiten könnten allerdings erst beginnen, wenn ein Berufungsgericht über den Streit um die Umbenennung des Hauses entschieden hat.
Zuvor war ein von Trump eingesetztes Gremium vor Gericht gescheitert. Es hatte erreichen wollen, dass Trumps Name in die Bezeichnung der Einrichtung aufgenommen und auch an der Fassade sichtbar gemacht wird. Ende Mai stoppte ein Richter diese Pläne und untersagte außerdem eine offenbar im Zusammenhang mit den Renovierungen vorgesehene zweijährige Schließung.
Zur Begründung verwies das Gericht darauf, dass der Name des Kennedy Centers einst vom Kongress festgelegt worden sei. Daher könne auch nur das US-Parlament eine solche Änderung beschließen. Gegen diese Entscheidung legte das Kennedy Center Berufung ein; eine endgültige Entscheidung steht bislang noch aus.
Gremium wollte alternative Würdigung anbringen
Nach der Niederlage vor Gericht kündigte das mit Trump-Vertrauten besetzte Gremium an, stattdessen eine neue Inschrift an der Fassade anbringen zu wollen: „von Donald J. Trump renoviert und restauriert“. Auch diesem Vorhaben setzte der Richter am Dienstag ein Ende. Wenig später votierte das Gremium für die Schließung des Hauses.

Kulturhaus im Zentrum eines politischen Streits
Das Kennedy Center liegt am Potomac im Herzen der US-Hauptstadt und gilt als bedeutender Aufführungsort für Theater, Tanz und Musik. Benannt ist es nach dem früheren Präsidenten John F. Kennedy (1917–1963).
Im Dezember 2025 war die Einrichtung in „Trump Kennedy Center“ umbenannt worden. Hintergrund war, dass Trump kurz nach seinem Amtsantritt im Januar 2025 die Kontrolle über das Haus übernommen und einen Kampf gegen aus seiner Sicht „anti-amerikanische Propaganda“ im Kulturbetrieb angekündigt hatte. Mehrere Mitglieder des Kuratoriums wurden entlassen, Trump übernahm selbst den Vorsitz. Die Umbenennung löste erhebliche Proteste aus; zahlreiche Künstler sagten daraufhin ihre Auftritte ab.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber