Bayern

Urteil steht: Haft für Manchinger Gold-Diebe

Urteil endgültig: Vier Einbrecher müssen haften. Doch vom gestohlenen Keltengold fehlt weiter fast jede Spur.

15.09.2026, 16:03 Uhr

BGH bestätigt Haftstrafen nach Diebstahl des Manchinger Keltengolds

Im Fall des Diebstahls des über 2.000 Jahre alten keltischen Goldschatzes aus Manching in Oberbayern sind die Urteile gegen vier Männer nun rechtskräftig. Nach Angaben des Landgerichts Ingolstadt hat der Bundesgerichtshof die dort verhängten Freiheitsstrafen vollständig bestätigt.

Die Verurteilten gehörten zu einer Einbrecherbande, die für mehrere Taten verantwortlich gemacht wurde. Besonders Aufsehen erregte der Einbruch in das Kelten Römer Museum in Manching im November 2022. Dabei wurde der Goldschatz mit mehr als 480 Münzen entwendet. Der Fund gilt als bedeutendster keltischer Goldfund des 20. Jahrhunderts.

Das Landgericht Ingolstadt hatte die Männer aus dem Raum Schwerin und Berlin im Juli 2025 zu Haftstrafen zwischen vier Jahren und neun Monaten sowie elf Jahren verurteilt, vor allem wegen schweren Bandendiebstahls. Einer der Angeklagten aus Schwerin wurde jedoch vom Vorwurf des Einbruchs in das Museum freigesprochen, weil ihm eine Beteiligung daran nicht nachgewiesen werden konnte. Wegen anderer Einbruchstaten wurde er dennoch schuldig gesprochen.

Großteil des Schatzes weiter verschwunden

Die Angeklagten äußerten sich im gesamten Verfahren nicht zu den Vorwürfen. Ihre Verteidiger hatten am Ende Freisprüche beantragt. Der überwiegende Teil der Beute bleibt bis heute verschwunden. Die Ermittler befürchten, dass der außergewöhnliche archäologische Schatz eingeschmolzen worden sein könnte.

Erst im Mai suchten Kunstfahnder des Bayerischen Landeskriminalamts erneut in Mecklenburg-Vorpommern nach dem fehlenden Gold. Dabei wurde erneut gezielt ein Grundstück des Hauptverdächtigen und seiner Lebensgefährtin in Plate bei Schwerin durchsucht. Fündig wurden die Ermittler jedoch nicht.

Prozess um Diebstahl von keltischem Goldschatz
Die angeklagten Männer schwiegen in dem Prozess in Ingolstadt zu den Vorwürfen. (Archivbild) Quelle: Sven Hoppe/dpa

Trotz dieses erfolglosen Einsatzes will das LKA die Suche fortsetzen. Nach Einschätzung der Beamten handelt es sich bei dem Keltengold um ein herausragendes Kulturgut der bayerischen Geschichte.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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