Hessen

Alarm in Frankfurt: Zwei Menschen an Malaria erkrankt

Neue Malaria-Fälle in Frankfurt: Kam die gefährliche Mücke direkt vom Flughafen? Was die Behörde jetzt vermutet.

15.09.2026, 17:34 Uhr

Nach den bereits bekannt gewordenen Malaria-Infektionen am Frankfurter Flughafen sind nun auch zwei Anwohner aus einem benachbarten Stadtteil erkrankt. Wie das Frankfurter Gesundheitsamt mitteilte, leben beide Betroffenen in Schwanheim, das direkt an das Flughafengelände angrenzt. Sie werden derzeit medizinisch behandelt.

Nach Angaben von Gesundheitsamtsleiter Peter Tinnemann haben die beiden Infizierten keine Auslandsreisen unternommen und arbeiten auch nicht am Flughafen. Wegen der räumlichen Nähe zum Airport geht die Behörde derzeit dennoch von sogenannter Flughafen-Malaria aus.

Tinnemann rief Bürgerinnen und Bürger dazu auf, bei ungewöhnlichen Beschwerden ärztlichen Rat einzuholen. Das gelte besonders für Menschen, die am Flughafen, in dessen Umfeld oder in unmittelbarer Nähe wohnen. Als mögliche Anzeichen nannte er neben Fieber auch Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden.

Mücken könnten per Flugzeug eingeschleppt worden sein

Bereits Ende August waren insgesamt sechs Malaria-Fälle unter Beschäftigten des Frankfurter Flughafens bekannt geworden. Zwei der Betroffenen starben, einer Anfang Juli und ein weiterer im August. Als mögliche Ursache gelten Mücken aus einem Malariagebiet, die vermutlich mit einem Flugzeug nach Deutschland gelangten.

Nach Angaben des Gesundheitsamts handelt es sich bei den neuen Erkrankungen wie schon bei den früheren Fällen um Malaria tropica, die gefährlichste Form der Krankheit. Ob die neuen Infektionen mit den bereits bekannten Fällen zusammenhängen, wird noch untersucht.

Eine solche Konstellation mit Malaria-Fällen bei Anwohnern eines Flughafens sei in Deutschland nach Einschätzung Tinnemanns seit Jahrzehnten nicht bekannt geworden.

Frühzeitige Diagnose ist entscheidend

Malaria ist eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit, die durch Mücken übertragen wird. Bei früher Diagnose und rasch eingeleiteter Behandlung ist sie jedoch gut behandelbar. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts entsteht die sehr seltene Flughafen-Malaria, wenn eine infektiöse Mücke im Flugzeug oder im Gepäck eingeschleppt wird. Eine Ansteckung kann dann im Flugzeug, am Flughafen oder in dessen unmittelbarer Umgebung erfolgen.

Das Gesundheitsamt machte keine Angaben dazu, ob es sich bei den Erkrankten um Männer oder Frauen handelt. Untersucht wird noch, wie es genau zu den beiden Infektionen gekommen ist. Die Behörde geht aber davon aus, dass eine infizierte Mücke die Ursache war. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch gibt es bei Malaria nicht.

Für Bürgerinnen und Bürger wurde eine Hotline eingerichtet. Sie ist unter 069/212-30030 erreichbar. Auch Frankfurter Kliniken und Arztpraxen sollen für mögliche Fälle von Flughafen-Malaria sensibilisiert werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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