Der deutsche Schauspieler Ralf Richter ist im Alter von 69 Jahren gestorben. Wie seine Managerin Heidrun Buchmaier der Deutschen Presse-Agentur im Namen der Familie sagte, sei Richter in der vergangenen Nacht friedlich zu Hause in Köln eingeschlafen. Sein Tod komme "unerwartet und viel zu früh".
Familie äußert sich erschüttert
Auch sein Sohn Maxwell Richter meldete sich öffentlich zu Wort. Auf Instagram schrieb er im Namen der Familie: "Für uns ist gerade eine Welt stehen geblieben." Weiter hieß es, man finde derzeit kaum Worte dafür, was der Verlust für die Familie bedeute.
Gegenüber der "Bild" sagte Maxwell Richter zudem, sein Vater habe seit längerer Zeit gesundheitliche Probleme gehabt. Demnach litt der Schauspieler an COPD, einer chronischen fortschreitenden Lungenerkrankung, sowie an einer Herzschwäche. Eine Vene zum Herzen habe nicht mehr richtig gearbeitet. Bereits vor einigen Monaten sei Richter deshalb in einer Klinik gewesen, danach habe sich sein Zustand weiter verschlechtert.
Durchbruch mit „Das Boot“
Ralf Richter galt als markanter Darsteller rauer, unangepasster Figuren mit Ruhrpott-Charme. Laut seiner Managerin war er privat jedoch ein fröhlicher, liebevoller und familiennaher Mensch, der bis zuletzt Pläne geschmiedet habe.
Geboren wurde Richter 1957 in Essen, aufgewachsen ist er mit sieben Geschwistern in Bochum. Nach einer Schreinerlehre besuchte er die Schauspielschule Bochum. Seinen großen Durchbruch feierte er mit der Rolle des Zentralmaats Frenssen in Wolfgang Petersens Filmklassiker „Das Boot“, durch den er auch international bekannt wurde.
Kultfigur Kalle Grabowski
Schon 1983 war Richter an der Seite seines Schauspielkollegen Claude-Oliver Rudolph in der Serie „Rote Erde“ als Bergmann zu sehen. In den Jahren danach wurde er vor allem mit kernigen Ruhrpott-Rollen bekannt – etwa in „Superstau“ oder „Fußball ist unser Leben“.
Besonders in Erinnerung blieb vielen Fans seine Rolle als Kalle Grabowski im Kultfilm „Bang Boom Bang“ von 1999: ein cholerischer Ex-Häftling mit Vokuhila und Lederjacke, der zur Kultfigur wurde. Auch in weiteren Filmen von Regisseur Peter Thorwarth war Richter in markanten Nebenrollen zu sehen, darunter „Was nicht passt, wird passend gemacht“ und „Goldene Zeiten“.
Darüber hinaus stand er wiederholt für Fernsehproduktionen wie „Tatort“ und „Der Fahnder“ vor der Kamera.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber