Politik

Schon 4 Millionen Verfolgte und Geflüchtete hier

3,3 Millionen Geflüchtete blieben seit 1950 in Deutschland – erstaunlich viele kamen dabei aus nur zwei Ländern.

17.06.2026, 09:21 Uhr

Rund vier Millionen Geflüchtete und Vertriebene leben in Deutschland

Im vergangenen Jahr haben in Deutschland etwa vier Millionen Geflüchtete und Vertriebene gelebt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts kamen rund 3,3 Millionen von ihnen seit 1950 als Menschen mit Fluchtgeschichte nach Deutschland. Hinzu kamen etwa 713.000 Vertriebene des Zweiten Weltkriegs, die bereits vor 1950 eingewandert waren.

Grundlage der Zahlen ist der Mikrozensus. Berücksichtigt wurden dabei ausschließlich Geflüchtete, die in privaten Hauptwohnsitzhaushalten leben. Menschen in Flüchtlingsunterkünften oder anderen Gemeinschaftseinrichtungen flossen nicht in die Erhebung ein. Außerdem erfasst die Statistik nur Personen, die im Jahr 2025 noch in Deutschland lebten. Nicht einbezogen sind demnach Menschen, deren Asylantrag abgelehnt wurde, die wieder fortgezogen sind oder inzwischen gestorben sind.

Viele Geflüchtete stammen aus der Ukraine und aus Syrien

Die seit 1950 eingewanderten Geflüchteten waren im Jahr 2025 im Durchschnitt 39 Jahre alt. Laut Statistik waren 45 Prozent Frauen und 55 Prozent Männer. Ein Viertel der 3,3 Millionen Menschen wurde in der Ukraine geboren, 22 Prozent stammen aus Syrien. Damit entfällt fast die Hälfte aller seit 1950 nach Deutschland gekommenen und 2025 noch hier lebenden Geflüchteten auf diese beiden Herkunftsländer.

Im Vergleich der Bundesländer war ihr Anteil an der Bevölkerung in Bremen mit 7,3 Prozent am höchsten. Dahinter folgten Hamburg mit 6,3 Prozent und das Saarland mit 5,7 Prozent. Die niedrigsten Werte wurden in Bayern mit 3,0 Prozent sowie in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg mit jeweils 2,5 Prozent festgestellt.

Ukrainische Flagge
Aus der Ukraine kamen besonders viele Menschen. (Symbolbild) Quelle: Monika Skolimowska/dpa

Vertriebene des Zweiten Weltkriegs sind im Schnitt 85 Jahre alt

Als Vertriebene des Zweiten Weltkriegs gelten laut Statistikamt Menschen, die in ehemaligen deutschen Gebieten als deutsche Staatsangehörige geboren wurden und noch vor 1950 in das heutige Deutschland kamen. Von ihnen lebten 2025 rund 713.000 in Deutschland. Ihr Durchschnittsalter lag bei 85 Jahren.

In dieser Gruppe waren Frauen deutlich häufiger vertreten als Männer: 61 Prozent waren weiblich, 39 Prozent männlich. Gemessen am Bevölkerungsanteil lebten die meisten dieser Vertriebenen in Mecklenburg-Vorpommern mit 2,3 Prozent, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 1,5 Prozent.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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