Millionen Hindus auf Bali feiern Galungan mit Opfergaben und Tempelritualen
Süßer Duft von Lotus- und Frangipani-Räucherstäbchen liegt in der Luft, dazu erklingt aus vielen Häusern traditionelle Gamelan-Musik: Auf Bali haben Millionen Hindus mit aufwendigen Zeremonien das Fest Galungan begangen. Der bedeutende Feiertag steht im balinesischen Glauben für den Sieg des Guten über das Böse und für die vorübergehende Rückkehr der Ahnen in ihre Familien.
Schon in den frühen Morgenstunden bot sich auch ausländischen Gästen ein besonderer Einblick in die religiösen Bräuche der sogenannten „Insel der Götter“. Trotz des starken Tourismus sind diese Traditionen bis heute fest im Alltag der Menschen verankert. Viele Familien hatten sich bereits seit Tagen auf das Fest vorbereitet. Eine Hotelmitarbeiterin aus dem beliebten Urlaubsort Ubud sagte, Galungan sei für die Balinesen etwas ganz Besonderes und wichtig für das Gleichgewicht im Leben.
Penjor schmücken Straßen und Tempel
Das Straßenbild wird zu Galungan vor allem von den Penjor geprägt. Diese hohen, elegant gebogenen Bambusstangen stehen vor Häusern, Geschäften und Tempeln. Sie sind mit Palm- und Kokosblättern, Früchten und weiteren Naturmaterialien geschmückt. Die Penjor gelten als Zeichen für Dankbarkeit und Wohlstand und erinnern zugleich an den heiligen Vulkan Gunung Agung, der im balinesischen Hinduismus eine zentrale spirituelle Rolle spielt. In den vergangenen Tagen durften auch Besucher beim Schmücken helfen.
Viele Familien zogen in traditioneller Festkleidung zu Tempeln und Schreinen, beteten dort und brachten Göttern sowie Vorfahren Opfergaben dar. Zahlreiche Männer trugen Sarongs, während Frauen kunstvoll geflochtene und farbenfrohe Opferkörbe auf dem Kopf balancierten.

Für einen Tag rückten Tourismus und Alltag in den Hintergrund. Stattdessen standen Familie, Gemeinschaft und Spiritualität im Mittelpunkt. Die Feierlichkeiten dauern insgesamt zehn Tage und enden mit Kuningan. Nach balinesischem Glauben kehren die Ahnen dann wieder in die geistige Welt zurück.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion