Wirtschaft

Alarmruf von Gründern und Managern: Reformen jetzt!

100 Top-Gründer schlagen Alarm: Vor der Renten-Reform warnen sie – ohne harte Schritte droht Deutschland der Abstieg.

17.06.2026, 09:00 Uhr

Mehr als 100 Gründerinnen, Gründer und Führungskräfte verlangen kurz vor dem angekündigten Reformpaket der Bundesregierung einen echten Neustart für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Vor der nächsten Sitzung des Koalitionsausschusses am 1. Juli brauche es nach Ansicht des Startup-Verbands konkrete Reformschritte statt bloßer Ankündigungen. Verbandschefin Verena Pausder warnte, der Verlust von monatlich rund 10.000 Industriearbeitsplätzen im vergangenen Jahr sei ein deutliches Alarmsignal und mache entschlossenes Handeln notwendig.

Zu den Unterzeichnern des Aufrufs zählen bekannte Namen aus der Startup-Szene wie Zalando-Co-Chef David Schröder und Flix-Gründer André Schwämmlein. Unterstützt wird die Initiative zudem von prominenten Managern, darunter Ex-Telekom-Chef René Obermann, der frühere Thyssenkrupp-Aufsichtsratsvorsitzende Gerhard Cromme und Thomas Book von der Deutschen Börse.

Potenziale konsequenter ausschöpfen

Unter der Überschrift „Für eine neue Gründerzeit, jetzt“ werben die Unterzeichner für Reformen, die Innovationen stärken, das Wachstum beleben und die Wettbewerbsfähigkeit verbessern sollen. Pausder betonte, Deutschland bringe dafür viele gute Voraussetzungen mit, etwa Spitzenforschung, gut ausgebildete Fachkräfte und eine leistungsfähige Industrie. Diese Stärken müssten jedoch deutlich besser genutzt werden.

Zu den Forderungen gehört, Unternehmensgründungen flächendeckend innerhalb von 24 Stunden zu ermöglichen. Außerdem sollen Ausgründungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen stärker gefördert werden. Der Staat solle sich zudem für die europäische Rechtsform „EU Inc.“ einsetzen und innovative Unternehmen durch öffentliche Aufträge als verlässlicher erster Kunde unterstützen.

Weitere Vorschläge richten sich an die Gesamtwirtschaft. Genannt werden unter anderem ein flexiblerer Kündigungsschutz für Spitzenverdiener, höhere Investitionen in digitale Netze und Rechenkapazitäten für Künstliche Intelligenz sowie praxisnähere Regeln für Mitarbeiterbeteiligungen in Form von Aktien.

Wichtige Wochen für die Bundesregierung

Am 1. Juli ist ein Spitzengespräch der Koalition geplant. Noch vor der Sommerpause will die Bundesregierung ein konkretes Reformpaket präsentieren, das unter anderem das Steuersystem und den Arbeitsmarkt betreffen soll. Bereits zuvor dürfte die Rentenkommission ihre Ergebnisse vorlegen – voraussichtlich schon in der kommenden Woche.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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