Bürgermeister von Grafing stirbt nach Zusammenbruch im Rathaus
Tiefe Bestürzung im Rathaus von Grafing bei München: Der Grafinger Bürgermeister Christian Bauer ist am Dienstagabend während einer Sitzung im Rathaus zusammengebrochen und kurz darauf gestorben. Nach Angaben einer Mitarbeiterin der Stadt wurde der CSU-Politiker noch vom Rettungsdienst versorgt und in ein Krankenhaus gebracht. Dort konnten die Ärzte ihm jedoch nicht mehr helfen.
Die Stadtverwaltung zeigte sich erschüttert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien vom plötzlichen Tod des Bürgermeisters tief betroffen, traurig und fassungslos, hieß es aus dem Rathaus. Zu den näheren Umständen des Vorfalls machte die Stadt zunächst keine weiteren Angaben.
Bauer, Jahrgang 1969, stand seit 2020 als Erster Bürgermeister an der Spitze der Stadt Grafing im Landkreis Ebersberg. Vor seinem Wechsel ins Bürgermeisteramt war der Diplom-Verwaltungswirt dort mehr als 20 Jahre lang als Stadtkämmerer tätig. Bei der Kommunalwahl im März war er mit knapp 61 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden.
Nach dem unerwarteten Todesfall übernehmen in der knapp 14.000 Einwohner zählenden Kommune zunächst der Zweite und der Dritte Bürgermeister die Amtsgeschäfte. Gemeinsam mit den Beschäftigten der Stadtverwaltung sollen sie sicherstellen, dass die Verwaltung weiterarbeiten kann. Ein neuer Erster Bürgermeister muss später in einer vorgezogenen Neuwahl bestimmt werden. Mit den Planungen dafür wurde nach Angaben der Stadt aber noch nicht begonnen. Vorrang habe nun, die Situation zu bewältigen und die Angehörigen zu unterstützen.
Die Stadt bezeichnete Bauers Tod als großen Verlust. Als Bürgermeister habe er stets ein offenes Ohr für die Anliegen der Menschen gehabt und sich mit großem persönlichen Einsatz für Grafing engagiert. Sein Wirken, seine Menschlichkeit und seine Verbundenheit mit der Stadt würden in dankbarer Erinnerung bleiben. Bauer hinterlässt seine Frau und drei erwachsene Kinder.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber