Kassenärzte rechnen 2026 mit spürbar weniger Behandlungen
Die Kassenärztlichen Vereinigungen gehen davon aus, dass die geplanten Einsparungen im Gesundheitswesen im kommenden Jahr deutliche Folgen für Arztpraxen haben werden. Nach ihren Berechnungen könnten bundesweit rund 46 Millionen Behandlungsfälle nicht mehr finanziert werden. Zuerst hatte die „Bild“ über ein entsprechendes Positionspapier der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) berichtet.
Besonders stark wären demnach in Bayern einige Fachrichtungen betroffen. Radiologen, die bislang im Durchschnitt 1.759 Patientinnen und Patienten je Quartal versorgen, könnten nur noch auf 1.323 Fälle kommen. Bei Hals-Nasen-Ohren-Ärzten würde die Zahl der versorgbaren Patienten pro Quartal im Schnitt von 1.397 auf 1.098 sinken. Neurochirurgen müssten laut der Berechnung mit einem Rückgang von 647 auf 512 Patienten rechnen.
Sparpaket soll Beitragserhöhungen begrenzen
Das Bundeskabinett hatte Ende April ein Sparpaket für das Gesundheitswesen beschlossen. Bevor es in Kraft treten kann, müssen allerdings noch Bundestag und Bundesrat zustimmen. Ziel der Pläne ist es, den anhaltenden Anstieg der Krankenkassenbeiträge zu bremsen, mit denen die wachsenden Kosten im Gesundheitssystem bislang immer wieder ausgeglichen wurden.
Nach den Regierungsplänen sollen die gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2027 um 16,3 Milliarden Euro entlastet werden. Damit läge die Entlastung etwas über dem erwarteten Defizit von 15,3 Milliarden Euro.
Weniger Ausgaben, höhere Belastungen
Vorgesehen sind unter anderem Begrenzungen bei den Ausgaben für Arztpraxen, Kliniken und die Pharmaindustrie. Gleichzeitig sollen Versicherte in mehreren Bereichen stärker belastet werden. Geplant sind etwa höhere Zuzahlungen für Medikamente, höhere Beiträge für Besserverdienende sowie Einschränkungen bei der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern.
Für Ärzte und Krankenhäuser ist vorgesehen, den Anstieg ihrer Vergütungen zu begrenzen. In den Praxen sollen zudem mehrere bisherige Sonderzahlungen wegfallen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion