Israel

Neue Libanon-Gespräche: Gibt es doch noch Hoffnung?

Drei Runden, kein Frieden: Scheitert jetzt auch das vierte Israel-Libanon-Treffen – oder kommt endlich die Wende?

02.06.2026, 19:34 Uhr

Neue Verhandlungsrunde zu Israel und Hisbollah von Skepsis begleitet

Trotz erheblicher Zweifel sind die Gespräche über den Konflikt zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah im Libanon in eine weitere Phase eingetreten. In Washington trafen sich am Dienstag zum vierten Mal Vertreter der Regierungen Israels und des Libanons. Nach Angaben aus politischen Kreisen in Beirut diente diese Runde vor allem der Vorbereitung eines wichtigeren Treffens am Mittwoch.

Dort sollen insbesondere ein schrittweiser Rückzug israelischer Truppen aus dem Libanon, die Entsendung der libanesischen Armee in betroffene Gebiete sowie die Stabilisierung der bestehenden Waffenruhe besprochen werden.

Hisbollah nicht an den Gesprächen beteiligt

Die Feuerpause war im April unter Vermittlung der USA verkündet worden und gilt offiziell zwischen Israel und dem Libanon. Die Hisbollah, gegen die Israel im Libanon militärisch vorgeht, nimmt jedoch nicht an den Verhandlungen teil. Die Miliz betrachtet Gespräche dieser Art als Zeichen der Kapitulation und weist auch Forderungen nach ihrer Entwaffnung weiterhin zurück.

Berichte über Bemühungen um landesweite Ruhe

Wie der libanesische Fernsehsender LBCI meldete, stand bei den Beratungen am Dienstag unter anderem die Lage in den Vororten von Beirut auf der Tagesordnung. Der Sender MTV berichtete unter Berufung auf Quellen aus dem Präsidentenpalast, es gebe ernsthafte Absichten und konkrete Schritte hin zu einer umfassenden Waffenruhe. Dieses Ziel werde demnach auch von Israel und den USA mitgetragen. Alle drei Seiten hätten entsprechende Vorschläge eingebracht.

Libanons Ministerpräsident Nawaf Salam bezeichnete eine dauerhafte Feuerpause im gesamten Land als zentrales Ziel der Gespräche. Die Verhandlungen seien die beste derzeitige Option für den Libanon und seine Bevölkerung, erklärte er. Dadurch könne die israelische „Besatzung“ schneller beendet werden, und Bewohner des Südens hätten die Chance, in ihre Orte und Dörfer zurückzukehren.

Widersprüchliche Signale aus Washington und Jerusalem

US-Präsident Donald Trump hatte am Montagabend nach mehreren Tagen zunehmender Spannungen vorsichtigen Optimismus geweckt. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, beide Seiten würden ihre gegenseitigen Angriffe vorerst einstellen. Außerdem werde Israel keine Truppen nach Beirut schicken.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu stellte dagegen klar, dass der Einsatz der Armee im Südlibanon wie vorgesehen fortgesetzt werde. Auch Angriffe auf Beirut schloss er nicht aus, falls die Hisbollah ihre Attacken auf israelische Städte nicht beenden sollte.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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