Katz macht Rückzug aus Südlibanon von Entwaffnung der Hisbollah abhängig
Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat einen Abzug der israelischen Armee aus dem Südlibanon an die vollständige Entwaffnung der Hisbollah geknüpft. Nach Angaben seines Sprechers erklärte Katz, Israel werde in einer selbst festgelegten „Sicherheitszone“ auf libanesischem Gebiet bleiben und von dort so lange Einsätze durchführen, bis die Miliz im ganzen Libanon entwaffnet sei und keine Gefahr mehr für die Bevölkerung im Norden Israels darstelle.
Nach Darstellung von Katz ist das von Israel kontrollierte Gebiet inzwischen frei von Zivilisten sowie von militärischer Infrastruktur der Hisbollah – sowohl oberirdisch als auch unterirdisch. Damit solle verhindert werden, dass es zu Angriffen, Panzerabwehrbeschuss oder anderen direkten Bedrohungen für Nordisrael komme.
Zugleich warf Katz der Hisbollah vor, Israel in zwei Phasen angegriffen zu haben: nach dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 sowie erneut nach Beginn des Krieges mit dem Iran am 28. Februar.
Bedingungen aus Beirut
Die libanesische Regierung macht ihre Teilnahme an einer weiteren Gesprächsrunde mit Israel in Rom derzeit von einem israelischen Rückzug aus zwei festgelegten sogenannten Pilotzonen abhängig. Israelische Medien halten einen solchen Schritt mit Blick auf die bis Mitte Oktober erwarteten Parlamentswahlen allerdings für wenig wahrscheinlich. Der Iran und die Hisbollah verlangen weiterhin einen vollständigen Abzug der israelischen Streitkräfte aus dem Libanon.
Sowohl die Hisbollah als auch die Regierung in Beirut werten die von Israel einseitig eingerichtete „Sicherheitszone“ als völkerrechtswidrige Besatzung. Libanesischen Medien zufolge umfasst das von Israel kontrollierte Gebiet im Süden des Landes rund 620 Quadratkilometer – etwa sechs Prozent der Gesamtfläche des Libanon.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber