Seit Anfang Mai sind in Bayern nach Angaben der Wasserwacht 28 Menschen beim Baden ums Leben gekommen. Besonders der heiße Juni mit teils rekordverdächtigen Temperaturen fiel mit 21 Todesfällen stark ins Gewicht. Mit Blick auf die bevorstehende nächste Hitzeperiode mahnen Wasserwacht und DLRG erneut zu großer Vorsicht an Seen und Flüssen.
Der Deutsche Wetterdienst erwartet ab Freitag in ganz Bayern wieder viel Sonne und Temperaturen um die 30 Grad. Zwar sollen die Extremwerte der jüngsten Hitzewelle zunächst nicht erreicht werden, in Nordbayern sind am Samstag aber erneut bis zu 34 Grad möglich. Viele Menschen dürften dann wieder Abkühlung am Wasser suchen.
Möglichst nur an bewachten Badestellen schwimmen
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) rät dazu, möglichst nur an bewachten Badestellen ins Wasser zu gehen, die eigenen Kräfte realistisch einzuschätzen, auf Alkohol zu verzichten und Kinder jederzeit im Blick zu behalten. Nach Einschätzung der Rettungskräfte passieren die meisten Badeunfälle in Seen und Flüssen.
Von den zwischen dem 1. Mai und dem 8. Juli registrierten 28 Todesopfern waren 27 männlich. Gut die Hälfte von ihnen war zwischen 20 und 30 Jahre alt. Laut Statistik ertranken 19 Menschen in Seen, sechs weitere in Flüssen.
Nicht überhitzt ins Wasser springen
Wasserwacht-Landeschef Thomas Huber warnt davor, allein in abgelegenen Seen zu baden: Wer dort untergeht, werde oft nicht rechtzeitig bemerkt. Auch das Springen mit überhitztem Körper in kaltes Wasser könne lebensgefährlich sein. Deshalb rät die Wasserwacht dazu, langsam ins Wasser zu gehen und den Körper nicht schlagartig abzukühlen.
Nach Angaben der DLRG zählen auch ältere Menschen zu den besonders gefährdeten Gruppen. Erfahrungswerten zufolge sind viele Ertrunkene 65 Jahre oder älter. Bei Senioren könnten Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine Rolle spielen, weil kaltes Wasser den Kreislauf zusätzlich belastet. Bei jungen Männern sehen die Lebensretter dagegen häufig Leichtsinn, Selbstüberschätzung und teils fehlende Schwimmkenntnisse als Risikofaktoren.
Nie allein ins Wasser gehen
Als besonders riskant gelten unbewachte Gewässer wie Baggerseen und Kiesgruben, Seen mit steil abfallenden Ufern, kalten Tiefenzonen oder schlechter Sicht sowie Flüsse mit Strömung, Wehren und Schifffahrt. Doch auch ruhig wirkende Gewässer sollten nicht unterschätzt werden.
Die Wasserwacht empfiehlt daher, nie allein schwimmen zu gehen und in offenen Gewässern möglichst eine Schwimmboje zu nutzen. In Bayern sorgen nach eigenen Angaben die Wasserwacht an mehr als 550 Stationen und die DLRG an rund 100 Badestellen und Gewässern für Sicherheit im und am Wasser.
Bäder mit Eintritt müssen laut DLRG grundsätzlich überwacht werden. An anderen Badestellen hängt eine Beaufsichtigung unter anderem von der Gefährdung, dem Besucheraufkommen sowie örtlichen Vorgaben und den Entscheidungen der Betreiber oder Eigentümer ab.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber