Wirtschaft

Hammer-Plan: Saturn zieht in MediaMarkt ein

Saturn fast verschwunden: Nur noch 27 Filialen – doch Ceconomy plant mit der Marke offenbar etwas völlig Neues.

09.07.2026, 09:00 Uhr

Ceconomy hält an Saturn fest und plant neue Showroom-Strategie

Trotz des deutlich geschrumpften Saturn-Filialnetzes will Ceconomy die Marke nicht aufgeben. Der Konzern kündigte an, Saturn ab 2027 sowohl online als auch im stationären Handel weiterzuführen. Geplant sind unter anderem Saturn-Showrooms innerhalb von MediaMarkt-Märkten sowie an ausgewählten eigenständigen Standorten.

Saturn soll künftig als spezialisierte Marke für technikaffine Kundinnen und Kunden positioniert werden. Im Mittelpunkt stehen laut Unternehmen Trends, Premium-Produkte und exklusive Angebote. Damit will Ceconomy zusätzliche Zielgruppen ansprechen. Wie viele Showrooms entstehen sollen, ist noch nicht entschieden. Auch ein späterer Test der Marke in anderen Ländern wird nicht ausgeschlossen. Derzeit ist Saturn nur noch in Deutschland vertreten.

Deutlich weniger Saturn-Märkte in Deutschland

Noch vor einigen Jahren gab es bundesweit rund 150 Saturn-Filialen, inzwischen sind es lediglich 27. Viele Standorte wurden geschlossen oder in MediaMarkt umgewandelt. Nach Angaben von Ceconomy stieg der Umsatz in den betroffenen Märkten nach der Umstellung um etwa 10 Prozent. Beide Handelsketten gehören zum selben Konzern.

Auch in Zukunft sollen weitere Saturn-Häuser unter dem Namen MediaMarkt weitergeführt werden. Ein Teil der Filialen soll jedoch eigenständig bleiben. Welche Standorte das betrifft, ist bislang offen. Ceconomy hatte die Entwicklung bereits früher damit erklärt, dass Verbraucher die Unterschiede zwischen Saturn und MediaMarkt zunehmend weniger wahrnehmen.

Mehr als 1.000 Standorte in Europa

Das deutsche Filialnetz von MediaMarktSaturn umfasst aktuell gut 400 Märkte und soll in den nächsten Jahren weitgehend stabil bleiben. Konzernweit ist Ceconomy laut Geschäftsbericht 2025 in elf Ländern mit mehr als 1.000 Filialen aktiv und gilt damit als größter Elektronikfachhändler Europas. Weltweit arbeiteten im vergangenen Jahr rund 50.000 Menschen für das Unternehmen, knapp 20.000 davon in Deutschland.

Übernahme durch JD.com noch nicht vollständig genehmigt

Parallel dazu läuft weiterhin das Übernahmeverfahren durch den chinesischen Onlinehandelskonzern JD.com. Das Unternehmen hatte sich bereits im vergangenen Jahr die Aktienmehrheit an Ceconomy gesichert. Der Deal wird jedoch noch von Behörden in mehreren Ländern geprüft. Zustimmung kam bereits aus Frankreich, Italien und Deutschland.

Ausstehend sind noch die Entscheidungen in Spanien und Österreich. Zudem hat die EU-Kommission nach einer ersten Prüfung vorläufige Bedenken geäußert und untersucht den Vorgang nun vertieft. Dennoch gehen JD.com und Ceconomy davon aus, dass die vollständige Freigabe in der zweiten Jahreshälfte erfolgen kann.

Ceconomy setzt auf Wachstumsschub

Von der Übernahme verspricht sich Ceconomy zusätzliche Impulse für das Geschäft. Das Unternehmen will den um Sondereffekte bereinigten operativen Gewinn bis zum Geschäftsjahr 2028/2029 auf 800 Millionen Euro steigern. Das wäre ein Zuwachs von rund 60 Prozent im Vergleich zu 2025/2026. Beim Umsatz peilt der Konzern einen Anstieg auf etwa 24 Milliarden Euro an.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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