Ölpreise steigen nach Berichten über neue US-Angriffe im Iran
Die Ölpreise haben am Dienstag zugelegt, nachdem Berichte über erneute Angriffe des US-Militärs auf Ziele im Iran bekannt wurden. Ein Barrel (159 Liter) Brent-Öl aus der Nordsee zur Lieferung im Januar kostete zuletzt rund 106 US-Dollar. Das entsprach einem Plus von etwa 1,5 Prozent gegenüber dem Vortag.
Medienberichten zufolge griffen die USA Ziele auf der iranischen Insel Gheschm in der Straße von Hormus an. Demnach soll eine Stellung der Revolutionsgarden attackiert worden sein, nachdem von dort aus eine Rakete auf ein US-Flugzeug abgefeuert worden sein soll.
Wenige Stunden zuvor hatte Präsident Donald Trump noch erklärt, viele rechneten mit einem baldigen Ende des Kriegs mit dem Iran. Der in den USA unpopuläre Konflikt treibt jedoch die Lebenshaltungskosten nach oben und wird für Trump kurz vor den Zwischenwahlen zum politischen Risiko. Trump sagte zudem, der Iran wolle unbedingt zu einer Vereinbarung kommen. Gleichzeitig hatten Medien zuletzt berichtet, dass die US-Regierung nach den Midterms gemeinsam mit Israel weitere Angriffe auf den Iran erwäge.
Mit dem jüngsten Preisanstieg wurde der starke Rückgang vom Wochenbeginn zunächst gestoppt. Am Montag war Brent-Öl nach positiven Signalen aus dem Iran zeitweise auf 103,28 Dollar gefallen, nachdem der Preis in der Vorwoche noch fast 117 Dollar erreicht hatte. Laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA soll Irans oberster Führer Modschtaba Chamenei Verhandlungen zugestimmt haben, die den Krieg mit den USA beenden könnten.
Hohe Spritpreise setzen Verbraucher unter Druck
Der Krieg mit dem Iran hat die Inflation in Europa und den USA spürbar verstärkt, vor allem wegen deutlich höherer Kraftstoffpreise. In Deutschland wurden laut ADAC im September Rekordpreise an den Tankstellen registriert. Die Bundesregierung reagierte darauf mit einem neuen Tankrabatt.
Auch in den USA belasten die teuren Spritpreise viele Haushalte und erhöhen den Druck auf Trumps Republikaner bei den Zwischenwahlen. Trump hatte angekündigt, die Inflation einzudämmen.
Bei den heutigen Kongresswahlen werden sämtliche 435 Sitze im Repräsentantenhaus sowie 35 der 100 Mandate im Senat neu vergeben. Derzeit verfügen die Republikaner von Trump in beiden Kammern über eine knappe Mehrheit. Umfragen deuten darauf hin, dass die Demokraten das Repräsentantenhaus gewinnen könnten, während die Mehrheitsverhältnisse im Senat weiter offen sind.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber