Wirtschaft

So hart sparen Verbraucher bei Weihnachtsgeschenken

Weihnachten ist noch weit weg – doch die Regale sind schon voll. Startet jetzt die alles entscheidende Saison für den Handel?

03.11.2026, 11:57 Uhr

Beim Weihnachtskauf in diesem Jahr wollen die Menschen in Deutschland ihre Ausgaben offenbar eher im Rahmen halten. Das geht aus einer repräsentativen YouGov-Erhebung im Auftrag des Handelsverbands Deutschland (HDE) hervor. Demnach rechnen Verbraucherinnen und Verbraucher zum Jahresende im Durchschnitt mit 262 Euro für Geschenke. Das ist ein Euro weniger als 2025. Für die Umfrage wurden vom 13. bis 15. Oktober rund 2100 Personen ab 18 Jahren befragt.

In den Jahren zuvor lagen die geplanten Ausgaben noch deutlich höher. Laut den damaligen Erhebungen wurden 2023 und 2024 jeweils knapp 300 Euro veranschlagt. Dennoch bewertet HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth das Ergebnis positiv. Aus seiner Sicht deuten die Zahlen auf Stabilität hin. Die Grundstimmung sei freundlich, und gerade zu Weihnachten seien viele Menschen weiter bereit, sich selbst oder anderen etwas zu gönnen.

Mehr als die Hälfte der Befragten plant laut Umfrage, ungefähr so viel wie im Vorjahr für Geschenke auszugeben. Knapp jeder Vierte möchte dagegen sparen, während nur etwa jeder Zehnte mehr Geld einplanen will.

Gutscheine bleiben besonders gefragt

Am häufigsten wollen die Befragten in diesem Jahr Gutscheine verschenken. 30 Prozent nannten diese Geschenkidee. Danach folgen Spielwaren (27 Prozent), Bücher (25 Prozent), Kosmetikartikel (23 Prozent) und Kleidung (20 Prozent). Uhren oder Schmuck wollen rund zehn Prozent unter den Weihnachtsbaum legen. Laut einer weiteren Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Idealo sind außerdem gemeinsame Unternehmungen und selbstgemachte Geschenke beliebt.

Verbraucher achten stärker aufs Geld

Die Konsumstimmung bleibt insgesamt verhalten. Handelsexperte Kai Hudetz vom Kölner Institut für Handelsforschung sagt, die Nachfrage sei zwar da, doch viele Menschen seien deutlich preissensibler geworden. Statt ganz zu verzichten, werde dann eher zur günstigeren Variante gegriffen. Höhere Preise hinterließen zunehmend Spuren im Alltag, zugleich sei die Bereitschaft zum Sparen groß.

Auch Katharina Gangl vom Nürnberg Institut für Marktentscheidungen beschreibt die Kauflaune als etwas schlechter als vor einem Jahr. Vor allem die Sorge vor weiter steigenden Preisen und hohe Energiekosten belasteten viele Haushalte. Hinzu komme die Befürchtung, dass politische Reformen den finanziellen Spielraum weiter einschränken könnten. Zwar werde die wirtschaftliche Aufhellung wahrgenommen, viele erwarteten aber nicht, dass davon auch der eigene Geldbeutel profitiert.

Viele Händler blicken vorsichtig auf das Jahresende

Eine weitere Umfrage unter 300 Unternehmen zeigt, dass zahlreiche Einzelhändler wegen der schwachen wirtschaftlichen Lage eher zurückhaltend auf November und Dezember schauen. Zwei Drittel der befragten Firmen erwarten ein schlechteres oder sogar deutlich schlechteres Weihnachtsgeschäft als im Vorjahr. Nur elf Prozent rechnen mit einer Verbesserung.

Zudem gehen 85 Prozent der Unternehmen davon aus, dass Kundinnen und Kunden noch stärker auf die Preise achten werden, weil viele Produkte teurer geworden sind. HDE-Präsident Alexander von Preen verweist außerdem auf steigende Kosten für Energie, Personal und Bürokratie. Das sorge in der Branche nicht gerade für Optimismus. Gleichzeitig sieht der Verband aber Anzeichen dafür, dass das Weihnachtsgeschäft der Krise zumindest teilweise trotzen könnte.

HDE erwartet dennoch leichtes Umsatzplus

Der Handelsverband rechnet für die letzten beiden Monate des Jahres dennoch mit einem Umsatzanstieg von zwei Prozent auf 129,2 Milliarden Euro im deutschen Einzelhandel. Preisbereinigt, also nach Abzug der Inflation, entspräche das einem realen Plus von einem Prozent. Dabei bezieht sich die Prognose auf den gesamten Einzelhandel und nicht nur auf den Verkauf von Weihnachtsgeschenken.

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der HDE im deutschen Einzelhandel 697,4 Milliarden Euro Umsatz und damit ebenfalls ein Plus von zwei Prozent gegenüber 2025. Rund ein Siebtel davon entfällt auf den Onlinehandel, der mit 4,4 Prozent stärker wachsen soll als das stationäre Geschäft mit 1,6 Prozent.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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