Iran

Trump kündigt Rettung festsitzender Schiffe ab Montag an

Hormus-Konflikt spitzt sich zu: Trump kündigt einen überraschenden Plan an – und erhöht den Druck auf Iran massiv.

04.05.2026, 00:33 Uhr

Erstmals seit Beginn der Waffenruhe im Iran-Krieg vor knapp vier Wochen haben sich die Spannungen am Persischen Golf wieder deutlich verschärft. Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten nach einem iranischen Drohnenangriff einen Großbrand in einem Industriegebiet der Hafenstadt Fudschaira. Der Zivilschutz sei im Einsatz, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen.

Nach Angaben des emiratischen Verteidigungsministeriums bekämpfte die Luftabwehr insgesamt zwölf ballistische Raketen, drei Marschflugkörper und vier Drohnen. In mehreren Teilen des Landes war Flugabwehr zu hören, die Bevölkerung wurde aufgerufen, Schutz zu suchen.

Neu ist auch, dass der Iran den Angriff auf Ölanlagen im Hafen von Fudschaira bestätigt hat. Ein namentlich nicht genannter Militärvertreter sagte dem staatlichen Rundfunk in Teheran, der Schlag sei zunächst nicht geplant gewesen. Als Begründung nannte er eine angeblich „illegale Passage“ von US-Kriegsschiffen durch die Straße von Hormus.

Bundeskanzler Friedrich Merz verurteilte die Angriffe scharf. Auf X schrieb er, Deutschlands Solidarität gelte den Menschen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und den Partnern in der Region.

Die Emirate waren bereits zu Beginn des Krieges besonders stark von iranischen Attacken betroffen, mit denen Teheran nach eigener Darstellung auf Angriffe der USA und Israels reagiert hatte.

Berichte über neue Vorfälle rund um die Straße von Hormus

Parallel dazu hat sich die Lage in der vom Iran kontrollierten und von den USA blockierten Straße von Hormus weiter zugespitzt. US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag angekündigt, am Montag die Initiative „Projekt Freiheit“ zu starten. Ziel sei es, die blockierte Meerenge wieder für die Schifffahrt nutzbar zu machen.

Nach Angaben des US-Regionalkommandos Centcom sind amerikanische Zerstörer durch die Straße von Hormus in den Persischen Golf eingelaufen. Außerdem hätten zwei Handelsschiffe unter US-Flagge das Gebiet verlassen können. Eine unabhängige Bestätigung dafür lag zunächst nicht vor.

Iranische Stellen hatten zuvor erklärt, US-Marineschiffe am Einlaufen in die Meerenge gehindert zu haben. Zugleich drohte die iranische Militärführung erneut mit Gegenwehr.

Vieles zur praktischen Umsetzung von Trumps Plan bleibt weiterhin offen. Der Präsident stellte die Operation als Hilfe für die internationale Schifffahrt dar und erklärte, zahlreiche Staaten hätten Washington um Unterstützung gebeten, um ihre Schiffe aus der blockierten Wasserstraße zu bringen.

USA melden zerstörte iranische Schnellboote

Die USA berichteten zudem, mehrere Schnellboote der Islamischen Republik zerstört zu haben. Trump sprach auf Truth Social von sieben Schiffen, Centcom-Kommandeur Admiral Brad Cooper von sechs versenkten Booten. Trump begründete das Vorgehen damit, dass der Iran auch Staaten attackiert habe, die an dem Krieg nicht beteiligt seien – darunter ein südkoreanisches Frachtschiff.

Iran meldet Warnraketen in Richtung US-Kriegsschiffe

Die iranischen Revolutionsgarden teilten mit, sie hätten mehrere Raketen als Warnung in Richtung von US-Kriegsschiffen abgefeuert, die sich vor der Südküste befunden haben sollen.

Aus Teheran kamen zudem Berichte, wonach zwei iranische Raketen ein US-Kriegsschiff getroffen hätten. Die USA wiesen dies zurück und erklärten, kein Marineschiff sei getroffen worden.

Weitere Angriffe und Zwischenfälle in der Region

Die Emirate meldeten darüber hinaus einen iranischen Angriff mit zwei Drohnen auf einen Tanker des staatlichen Energiekonzerns ADNOC. Verletzte habe es dabei nicht gegeben.

Nach Angaben der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap prüft Seoul Berichte, wonach ein Schiff einer südkoreanischen Reederei in der Straße von Hormus angegriffen wurde. Das unter panamaischer Flagge fahrende Schiff habe nahe den Vereinigten Arabischen Emiraten vor Anker gelegen; nach einer Explosion sei dort ein Brand ausgebrochen.

Auch aus Oman wurde ein Zwischenfall gemeldet. Die staatliche Nachrichtenagentur berichtete von einem Angriff auf ein Wohngebäude in der Region Buch, einer vom restlichen Oman getrennten Exklave an der Straße von Hormus. Dabei seien ausländische Arbeiter verletzt worden. Wer hinter dem Angriff stand, war zunächst unklar.

Ölpreise steigen weiter

An den Energiemärkten sorgte Trumps Vorstoß nicht für Entspannung. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli stieg im Tagesverlauf auf mehr als 114 US-Dollar. Händler zweifeln daran, dass der amerikanische Plan die Lage kurzfristig beruhigen kann.

Die Gespräche zwischen Washington und Teheran über ein Ende des Krieges gelten weiter als festgefahren. Bereits in der vergangenen Woche waren die Ölpreise auf den höchsten Stand seit 2022 geklettert.

Vor dem Krieg wurden durch die Straße von Hormus rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öl- und Flüssiggastransports befördert. Seit Kriegsbeginn kontrolliert der Iran die Meerenge und hat den Verkehr mit Drohungen und Angriffen weitgehend zum Erliegen gebracht. Die USA haben ihrerseits eine Seeblockade gegen Schiffe verhängt, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen.

Beobachter warnen vor möglicher Eskalation

Beobachter halten es für möglich, dass Trumps „Projekt Freiheit“ nicht allein der Handelsschifffahrt dienen soll. Der Nahost-Experte Hamidreza Azizi vom Deutschen Institut für Internationale Politik und Sicherheit verwies darauf, dass eine provozierte iranische Reaktion als Rechtfertigung für eine Wiederaufnahme der Kämpfe dienen könnte.

Bisher kaum Fortschritte bei Verhandlungen

Die Öffnung der Straße von Hormus ist neben dem iranischen Atomprogramm einer der zentralen Streitpunkte in den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Die unter Vermittlung Pakistans geführten Gespräche haben bislang keine greifbaren Ergebnisse gebracht; zum Stand der Gespräche gab es wiederholt unterschiedliche Deutungen.

Am 8. April war eine Waffenruhe vereinbart worden. Diese wirkt inzwischen jedoch zunehmend brüchig.

Deutsche Marine bereitet Einsatz in der Meerenge vor

Mit Blick auf einen möglichen internationalen Marineeinsatz positioniert die deutsche Marine zwei Schiffe im Mittelmeer näher an die Krisenregion. Das Minenjagdboot „Fulda“ ist von Kiel aus in See gestochen. Zudem wird das Versorgungsschiff „Mosel“, das derzeit in der Ägäis unterwegs ist, auf einen möglichen Einsatz vorbereitet.

Nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums sollen die Schiffe für den Fall eines internationalen Einsatzes näher an einen möglichen Operationsraum herangeführt werden. Zugleich betonte das Ministerium erneut, dass eine deutsche Beteiligung eine nachhaltige Beendigung der Kampfhandlungen, eine völkerrechtliche Grundlage und ein Mandat des Bundestags voraussetze.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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