Iran

Trump kündigt Rettung festsitzender Schiffe ab Montag an

Hormus-Konflikt spitzt sich zu: Trump kündigt einen überraschenden Plan an – und erhöht den Druck auf Iran massiv.

04.05.2026, 00:33 Uhr

USA starten „Projekt Freiheit“ für blockierte Schiffe in der Straße von Hormus

Die Vereinigten Staaten wollen am heutigen Montag eine Initiative beginnen, um Schiffen zu helfen, die wegen der Blockade in der Straße von Hormus festsitzen. US-Präsident Donald Trump kündigte auf seiner Plattform Truth Social an, zahlreiche Staaten hätten Washington darum gebeten, ihre Handelsschiffe aus der blockierten Wasserstraße herauszubringen.

Nach Trumps Darstellung richtet sich die Maßnahme an Länder, die nicht in den Krieg mit dem Iran verwickelt sind. Die betroffenen Schiffe seien neutrale und unbeteiligte Drittparteien. Die USA würden deren sichere Passage ermöglichen, damit der Handel wieder ohne Behinderungen fortgesetzt werden könne. Für den Fall, dass die Mission gestört werde, drohte Trump mit einem harten Vorgehen.

Vieles zur Umsetzung bleibt offen

Trump bezeichnete das Vorhaben als „Projekt Freiheit“ und erklärte, es solle am Vormittag Ortszeit im Nahen Osten beginnen. Viele konkrete Angaben dazu, wie die USA militärisch oder logistisch vorgehen wollen, machte er zunächst aber nicht.

Zugleich sprach der Präsident von einer humanitären Maßnahme. Auf vielen Schiffen gingen Lebensmittel und weitere Dinge aus, die für gesunde und hygienische Zustände an Bord nötig seien, schrieb er.

Bericht: Derzeit keine Eskorten durch US-Kriegsschiffe vorgesehen

Das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando Centcom teilte auf X mit, dass US-Streitkräfte Trumps Initiative unterstützen würden. Demnach sollen Lenkwaffenzerstörer, mehr als 100 Fluggeräte, unbemannte Plattformen sowie 15.000 Soldaten für „Projekt Freiheit“ bereitstehen. Welche konkreten Aufgaben diese Kräfte übernehmen, blieb zunächst offen.

Das „Wall Street Journal“ berichtete unter Berufung auf zwei hochrangige US-Beamte, bei dem Projekt solle es vor allem um eine Koordinierungsstelle für den Schiffsverkehr durch die Meerenge gehen. Demnach ist aktuell nicht vorgesehen, dass Schiffe von Kriegsschiffen der US-Marine eskortiert werden.

Berichten zufolge soll der jüngste US-Plan auch darauf abzielen, Minen aufzuspüren und diese Informationen an Schiffe weiterzugeben, damit sie Gefahren ausweichen können. Darüber hinaus sollen die sichersten Routen für die Schifffahrt identifiziert werden.

Iran warnt die USA vor Einmischung

Der Iran reagierte umgehend mit einer Warnung. Eine amerikanische Einmischung in der Meerenge werde als Verstoß gegen die geltende Waffenruhe betrachtet, schrieb Ebrahim Azizi, der Leiter der Sicherheitskommission im iranischen Parlament, auf X. Die Straße von Hormus und der Persische Golf würden nicht durch „Trumps wahnhafte Beiträge“ gesteuert, erklärte er.

Ob die nun angekündigte US-Initiative mit Teheran abgestimmt ist, ließ Trump offen.

Trump verweist auf positive Kontakte mit Teheran

Außerdem erklärte Trump, seine Unterhändler führten sehr positive Gespräche mit dem Iran. Diese könnten nach seiner Darstellung zu einer Entwicklung führen, von der alle Seiten profitieren.

Bemerkenswert ist der neue Ton auch deshalb, weil Trump noch keine 24 Stunden zuvor deutlich skeptischer geklungen hatte. Der Iran hatte im Zuge der Bemühungen um ein Ende des Krieges zuletzt einen neuen Vorschlag vorgelegt. Trump sagte dazu zunächst, er könne sich kaum vorstellen, dass dieser akzeptabel sei. Gleichzeitig warnte er, die USA könnten den Iran erneut angreifen, falls sich die Führung in Teheran aus seiner Sicht falsch verhalte.

Iran prüft nach eigenen Angaben die Antwort der USA

Das iranische Außenministerium teilte am Sonntag mit, die Vereinigten Staaten hätten inzwischen auf den iranischen Vorschlag reagiert. Regierungssprecher Ismail Baghai sagte laut iranischen Medien, diese Antwort werde derzeit geprüft.

Wie die Agentur Fars berichtete, erklärte Baghai zudem, dass das iranische 14-Punkte-Konzept für ein Kriegsende keine Regelung zur Atomfrage enthalte. Gerade das iranische Atomprogramm und das angereicherte Uran gehören seit Langem zu den Hauptstreitpunkten zwischen Washington und Teheran. Berichten zufolge will die iranische Führung dieses Thema erst zu einem späteren Zeitpunkt behandeln.

Straße von Hormus bleibt Kern des Konflikts

Die Öffnung der Straße von Hormus ist seit geraumer Zeit ein zentrales Ziel der USA in den Verhandlungen mit dem Iran. Bisher blieb dieser Vorstoß jedoch erfolglos. Die Schifffahrt in der für den globalen Ölhandel entscheidenden Meerenge ist weiterhin massiv eingeschränkt.

Vor dem Krieg wurden durch die Straße von Hormus Tankertransporte von rund einem Fünftel der weltweit gehandelten Öl- und Flüssiggasmenge abgewickelt. Seit Kriegsbeginn kontrolliert der Iran die Meerenge und hat den Schiffsverkehr mit Drohungen und Angriffen weitgehend zum Erliegen gebracht. Die USA wiederum verhängten eine Seeblockade gegen Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen.

Zwar gilt im Krieg derzeit eine Waffenruhe, doch bei den diplomatischen Bemühungen ist bislang kein Durchbruch in Sicht.

Meldungen über weitere Zwischenfälle

Am Sonntag berichtete die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) zunächst über einen Vorfall in der Straße von Hormus. Demnach meldete der Kapitän eines nordwärts fahrenden Massengutfrachters einen Angriff durch mehrere kleine Boote. Der Zwischenfall ereignete sich laut UKMTO rund elf Seemeilen westlich der iranischen Stadt Sirik.

Die iranische Nachrichtenagentur Fars stellte den Vorfall anders dar. Sie berichtete, ein Schiff sei auf Anweisung der iranischen Marine gestoppt worden, um Unterlagen zu kontrollieren. Dies sei Teil üblicher Überwachungsmaßnahmen gewesen. Von einem Angriff war in dem Bericht keine Rede.

Später meldete UKMTO einen weiteren Zwischenfall. Demnach sei am Sonntagabend erneut ein Schiff in der Meerenge angegriffen und von „unbekannten Projektilen“ getroffen worden. Der Vorfall habe sich rund 145 Kilometer nördlich von Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten ereignet. Nach Angaben der Behörde waren bei beiden Vorfällen die Besatzungen in Sicherheit; Auswirkungen auf die Umwelt wurden nicht gemeldet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen