Wirtschaft

Gamestop-Chef plant Mega-Deal für Ebay

Paukenschlag im Netz: Ausgerechnet Gamestop will den Giganten Ebay schlucken – kann der kleine Händler wirklich zuschlagen?

04.05.2026, 02:18 Uhr

Gamestop wirbt mit Milliardenangebot um Ebay – Anleger bleiben skeptisch

Der Videospiele-Händler Gamestop will die deutlich größere Online-Handelsplattform Ebay übernehmen. Firmenchef Ryan Cohen sagte dem Wall Street Journal, das Angebot habe ein Volumen von rund 56 Milliarden US-Dollar und solle aus Bargeld und Aktien bestehen. Ziel sei es, mit Ebay einen deutlich stärkeren Rivalen für Amazon zu schaffen. Nach einer erfolgreichen Übernahme wolle Cohen den fusionierten Konzern selbst führen.

Gamestop veröffentlichte am Sonntag ein Gebot von 125 US-Dollar je Ebay-Aktie. Nach Angaben von Cohen entspricht das einem Aufschlag von rund 20 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag. Bereits nach dem ersten Bericht des Wall Street Journal sprang die Ebay-Aktie im nachbörslichen Handel zeitweise auf bis zu 119 Dollar.

Skeptische Anleger

Im frühen US-Handel am Montag lag die Ebay-Aktie allerdings nur noch bei 110 Dollar. Das deutet darauf hin, dass viele Anleger Zweifel haben, ob Gamestop die Übernahme tatsächlich stemmen kann. Die Gamestop-Aktie gab zugleich um rund zwei Prozent auf 26 Dollar nach.

Gamestop hält nach eigenen Angaben bereits rund fünf Prozent an Ebay. Auf Basis der zuletzt von Ebay gemeldeten Zahl ausstehender Aktien beziffert der Videospiele-Händler den Wert des Angebots auf etwa 55,5 Milliarden Dollar.

Ebay bestätigte inzwischen den Erhalt des Angebots. Eine inhaltliche Stellungnahme stellte das Unternehmen jedoch erst nach einer gründlichen Prüfung in Aussicht. Zugleich verwies Ebay auf seine Größe: Die Plattform zählt nach Unternehmensangaben rund 135 Millionen Nutzer in 190 Ländern.

Großteil der Finanzierung noch unklar

Cohen sagte, für die Übernahme liege bereits eine Kreditzusage über rund 20 Milliarden Dollar vor. Zudem verfügt Gamestop nach eigenen Angaben über etwa 9 Milliarden US-Dollar an Barmitteln, die bei einer Transaktion eingesetzt werden könnten. Wie der restliche Teil der Kaufsumme finanziert werden soll, blieb zunächst offen.

Laut dem Wall Street Journal könnte Cohen dafür auch externe Investoren einbinden, darunter möglicherweise Staatsfonds aus dem Nahen Osten.

Bevor Cohen zu Gamestop kam, war er Mitgründer und Chef des auf Haustierbedarf spezialisierten Online-Händlers Chewy. 2020 stieg er groß bei Gamestop ein und kritisierte das damalige Management als zu zögerlich beim Ausbau des Online-Geschäfts. 2023 übernahm er selbst die Führung des Unternehmens. Seitdem wurden zahlreiche Filialen geschlossen, während Gamestop stärker auf Produkte wie Sammelkarten und Retro-Konsolenspiele setzt, die bei vielen Spielern Nostalgie auslösen.

Ebay mit Fokus auf Sammler und KI

Auch Ebay richtet sein Geschäft stärker auf margenstarke Bereiche wie Sammlerartikel, Autoteile und gebrauchte Mode aus. Konzernchef Jamie Iannone treibt zudem den Einsatz von Künstlicher Intelligenz voran, um den Einkauf auf der Plattform zu erleichtern.

Gamestop hatte schon zu Beginn der Corona-Pandemie international Aufmerksamkeit erregt. Damals trieben Kleinanleger aus dem Internet den Aktienkurs massiv nach oben – entgegen der skeptischen Einschätzung vieler Analysten an der Wall Street. Vor allem auf der Plattform Reddit verabredeten sich private Anleger, um gegen Hedgefonds zu wetten, die auf fallende Kurse gesetzt hatten. Der Kurssprung brachte mehrere dieser professionellen Investoren unter Druck.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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