Der Präsident des iranischen Fußballverbands, Mehdi Tadsch, ist Medienberichten zufolge auf dem Weg zum FIFA-Kongress in Vancouver an der kanadischen Grenze zurückgewiesen worden. Darüber berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim.
Kanadas Außenministerin Anita Anand wurde von US-Medien mit der Aussage zitiert, nach ihrem Verständnis sei iranischen Funktionären die Einreise versehentlich verweigert worden. Nach Angaben von Tasnim durften neben Tadsch auch zwei weitere Offizielle in Toronto nicht einreisen.
In Vancouver kommen in dieser Woche die Vertreter aller nationalen Fußballverbände zum letzten FIFA-Kongress vor der Weltmeisterschaft zusammen. Kanada richtet das Turnier gemeinsam mit den USA und Mexiko aus. Der Wettbewerb beginnt am 11. Juni. Iran gehört zum Teilnehmerfeld und trifft in der Gruppenphase auf Neuseeland, Belgien und Ägypten. Die Partien sollen in Los Angeles und Seattle stattfinden. Ob Iran angesichts des Kriegs mit den USA überhaupt bei der WM antreten wird, wird seit Wochen kontrovers diskutiert.
Bericht: Verbindungen zu den Revolutionsgarden
Nach Informationen des Portals Iran International war Tadsch zunächst am Montag ein Visum erteilt worden. Dieses sei jedoch am Dienstag wegen mutmaßlicher Verbindungen zu den iranischen Revolutionsgarden (IRGC) wieder annulliert worden. Die IRGC wird in Kanada als terroristische Organisation eingestuft.
Tasnim meldete außerdem, die drei iranischen Fußballfunktionäre seien bei ihrer Ankunft von kanadischen Einwanderungsbeamten beleidigt worden. Daraufhin habe die iranische Delegation entschieden, nicht am FIFA-Kongress teilzunehmen, und sei wieder abgereist. Zuvor hatte der iranische Verband gegenüber der Deutschen Presse-Agentur das Fehlen seiner Vertreter in Vancouver bereits mit Visa-Problemen erklärt.
Aus dem Büro der kanadischen Einwanderungsministerin Lena Diab hieß es in einer Stellungnahme, man könne aus Datenschutzgründen keine Einzelfälle kommentieren. Zugleich sei die Haltung der Regierung eindeutig: Funktionäre der IRGC seien in Kanada nicht einreiseberechtigt und hätten keinen Platz im Land.
Tadsch fehlte schon bei der WM-Auslosung
Bereits im Dezember hatte Tadsch wegen eines fehlenden US-Visums nicht an der WM-Auslosung in Washington teilnehmen können. Inzwischen befinden sich die USA und Iran im Krieg.
Auch beim Kongress des asiatischen Fußballverbands AFC zu Beginn der Woche war Iran nicht vertreten. Dort wurde lediglich angekündigt, FIFA-Präsident Gianni Infantino wolle die iranischen Funktionäre für die erfolgreiche WM-Qualifikation ehren, sobald sie eintreffen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion