Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf hat die USA vor den Folgen der in Washington geplanten verschärften Sanktionen gegen die Islamische Republik gewarnt. Auf der Plattform X veröffentlichte er einen Comic, der nahelegt, dass ein von den USA ausgerufener Wirtschaftskrieg letztlich auf sie selbst zurückfallen könnte.
US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch angekündigt, den wirtschaftlichen Druck auf den Iran drastisch zu erhöhen. Er sprach von einem „wirtschaftlichen D-Day“ für das Land und stellte zugleich harte Maßnahmen auch gegen jene in Aussicht, die Teheran unterstützen. Konkrete Einzelheiten nannte Trump zunächst nicht. US-Finanzminister Scott Bessent will am Montag auf einer Pressekonferenz nähere Informationen vorstellen. Nach seinen Worten sollen es die „härtesten Sanktionen der Geschichte“ werden.
Trotz Umgehungsstrategien bleibt die Wirtschaftslage angespannt
In iranischen Staatsmedien wurde Trumps Ankündigung vergleichsweise gelassen aufgenommen. Die Nachrichtenagentur Tasnim schrieb, die USA versuchten seit Jahren, Irans finanzielle und wirtschaftliche Beziehungen weltweit zu blockieren. Der Iran habe jedoch gelernt, diese Beschränkungen zu umgehen, und sei darin inzwischen sehr versiert.
Ähnlich äußerte sich am Sonntag auch Außenminister Abbas Araghtschi. Wirtschaftliche Kriegsführung sei ein wiederkehrendes Muster und Teil der langjährigen Einschüchterungstaktik Washingtons, sagte er. Iran habe gelernt, mit diesem Druck umzugehen.
Dennoch steht die iranische Wirtschaft seit Jahren massiv unter Druck. Besonders die Bevölkerung bekommt die Folgen zu spüren: Die Inflation ist stark gestiegen und belastet den Alltag vieler Menschen erheblich.
Zugleich richtete der neue Leiter des iranischen Nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Resai, eine scharfe Warnung an die ölreichen Nachbarstaaten. Diese sollten sich nicht an einem wirtschaftlichen Vorgehen gegen den Iran beteiligen. Wer dies dennoch tue, werde als Feind betrachtet, sagte Resai im Staatsfernsehen. Wörtlich drohte er, dann werde „nicht ein Tropfen Öl“ den Persischen Golf passieren.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber