Iran

Huthi-Attacke auf Riads Wolkenkratzer

Alarm in Riad: Jetzt trifft der Huthi-Terror sogar das Herz des Geschäftsviertels – was bedeutet das für Saudi-Arabien?

08.11.2026, 10:51 Uhr

Huthi greifen Aramco-Turm in Riad an – Miliz bekennt sich zu Attacke auf Finanzdistrikt

Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz hat nach saudischen Angaben einen markanten Wolkenkratzer im Zentrum von Riad angegriffen. Getroffen worden sei das Verwaltungsgebäude des staatlichen Ölkonzerns Aramco, teilte das saudische Energieministerium mit. Herabfallende Trümmer hätten an dem Hochhaus nur begrenzte Schäden verursacht. Tote oder Verletzte habe es demnach nicht gegeben.

Im Internet verbreitete Fotos und Videos sollen deutliche Schäden am Aramco Tower zeigen. Demnach wurde über mehrere Etagen ein großes Loch in die Glasfassade gerissen. Der 34-stöckige Turm gehört Aramco und steht im zentralen Geschäftsviertel der Hauptstadt, wo sich mehrere bekannte Hochhäuser befinden.

Huthi bestätigen Angriff auf Geschäfts- und Bankenviertel

Huthi-Militärsprecher Jahja Sari bekannte sich zu der Attacke. Nach seinen Angaben griff die Miliz unter anderem das Bankenviertel von Riad an, das als König-Abdullah-Finanzdistrikt bekannt ist. Zudem hätten die Huthi erneut den internationalen Flughafen von Riad sowie Aramco-Ziele im Osten Saudi-Arabiens und saudische Truppen im Jemen attackiert.

Aramco hat seinen Hauptsitz in Dhahran im Osten des Landes, ist aber auch in Riad stark vertreten. Der Geschäftsbezirk mit rund 100 Gebäuden gilt als Symbol für Saudi-Arabien als moderner Standort für Wirtschaft und Finanzen.

Drohnen und Marschflugkörper abgefangen

Einrichtungen des Ölkonzerns waren bereits mehrfach Ziel von Huthi-Angriffen. In den vergangenen Monaten haben die Rebellen ihre Attacken auf Saudi-Arabien spürbar ausgeweitet. Dabei richten sie sich unter anderem gegen Flughäfen und Anlagen der Energieinfrastruktur. Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition erklärte, in Riad und im Süden des Landes seien Drohnen und Marschflugkörper abgefangen worden. Auch der saudische Zivilschutz veröffentlichte erneut Warnhinweise, darunter für die Hauptstadt.

Nach Angaben der Huthi setzte Saudi-Arabien gleichzeitig seine Luftangriffe im Jemen fort. In Sanaa stieg die Zahl der Todesopfer eines Luftangriffs laut einem Sprecher des von den Huthi kontrollierten Gesundheitsministeriums auf 33. Unter den Getöteten seien 13 Kinder. Zudem habe es 39 Verletzte gegeben.

Viele zivile Opfer im Jemen

Saudi-Arabien begann 2015 gemeinsam mit Verbündeten, Stellungen der Huthi im Jemen aus der Luft anzugreifen, um die Miliz zurückzudrängen. Riad unterstützt dabei die international anerkannte Regierung sowie verbündete lokale Kräfte. Nach einer Waffenruhe ab 2022 ist der Konflikt im Zuge der jüngsten regionalen Eskalation wieder deutlich schärfer geworden.

Nach Angaben des unabhängigen Yemen Data Project, das Luftangriffe der saudisch geführten Koalition und zivile Opfer dokumentiert, waren die saudischen Angriffe im vergangenen Monat so intensiv wie zuletzt 2017. Mindestens 140 Zivilisten seien dabei getötet und mehr als 280 weitere verletzt worden. Allein im Oktober registrierte das Projekt mehr als 430 saudische Bombardements in dem Bürgerkriegsland. Wegen der hohen Zahl ziviler Opfer steht Saudi-Arabien international seit Jahren in der Kritik.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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