Wirtschaft

Mega-Plan: Golfstaaten bauen Bahn der Zukunft

Seit den 80ern geplant, jetzt wird’s plötzlich ernst: Krieg und Hormus-Risiken treiben das Mega-Bahnnetz der Golfstaaten an.

08.11.2026, 15:41 Uhr

Die Golfstaaten treiben den Aufbau eines gemeinsamen Eisenbahnnetzes entlang der Küste des Persischen Golfs weiter voran. In Manama empfing Bahrains Kronprinz Salman bin Hamad Delegationen der beteiligten Länder, die dort nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur BNO ein entsprechendes Abkommen unterzeichneten. Bahrains Verkehrsminister sprach laut lokalen Medien von einer Investition in die Zukunft der Golfregion und kommender Generationen. Die Fertigstellung des Netzes ist für das Jahr 2030 geplant.

Die Bahnstrecke soll von Kuwait im Norden über Saudi-Arabien, Bahrain, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate bis nach Oman im Südosten der Arabischen Halbinsel reichen. Auf einer Länge von mehr als 2.100 Kilometern sollen sowohl Reisende als auch Fracht transportiert werden. Frühere Schätzungen bezifferten die Kosten auf rund 250 Milliarden US-Dollar. Bislang haben vor allem Saudi-Arabien und die Emirate stark in ihre nationalen Bahnprojekte investiert.

Grundsatzbeschluss bereits 2009

Die Idee eines grenzüberschreitenden Schienennetzes in der Golfregion wird bereits seit den 1980er Jahren diskutiert. 2009 verständigten sich die sechs Golfstaaten grundsätzlich auf das Vorhaben, doch die Umsetzung verlief in den einzelnen Ländern unterschiedlich schnell. Sinkende Ölpreise in den 2010er Jahren zwangen die stark von Energieexporten abhängigen Monarchien dazu, große Infrastrukturprojekte neu zu bewerten. Hinzu kam ab 2017 die politische Krise um Katar, das von mehreren Staaten unter Führung Saudi-Arabiens blockiert wurde. Das ursprüngliche Ziel, das Netz schon 2018 in Betrieb zu nehmen, wurde daher verfehlt.

Seit dem Krieg mit Iran im vergangenen Februar und der faktischen Blockade der Straße von Hormus hat das Projekt neue Bedeutung gewonnen. Über diese Seeroute exportieren die Staaten unter anderem Öl und Flüssiggas und beziehen zugleich wichtige Waren, darunter Lebensmittel. Angesichts der erheblichen wirtschaftlichen Schäden infolge des Kriegs gibt es jedoch Zweifel, ob alle beteiligten Länder die nötigen finanziellen Mittel für den Bau noch bereitstellen können.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen