Wirtschaft

Maschinenbauer hoffen wieder – doch Jobs wackeln

Maschinenbauer wittern Aufschwung dank Rüstung und KI – doch ausgerechnet für viele Beschäftigte bahnt sich jetzt ein bitterer Dämpfer an.

14.10.2026, 10:32 Uhr

Stimmung im Maschinenbau verbessert sich – weiterer Stellenabbau bleibt möglich

Im deutschen Maschinen- und Anlagenbau hat sich die Lageeinschätzung zuletzt deutlich gebessert. Gleichzeitig warnt der Branchenverband VDMA davor, dass in der wichtigen Industrie weiter Arbeitsplätze verloren gehen könnten.

Nach einer Anfang Oktober unter knapp 800 Unternehmen durchgeführten Umfrage stuften im dritten Quartal rund 34 Prozent der Firmen ihre aktuelle Situation als gut oder sehr gut ein. Im Juli lag dieser Anteil noch bei 28 Prozent. Etwa 22 Prozent bewerten ihre Lage derzeit dagegen als schlecht oder sehr schlecht.

Auch beim Blick nach vorn zeigt sich mehr Zuversicht: 33 Prozent der befragten Unternehmen rechnen in den kommenden sechs Monaten mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage. Im Juli waren es erst 25 Prozent. Nur 10 Prozent erwarten eine Verschlechterung.

Positive Impulse aus einzelnen Branchen

Für Auftrieb sorgen dem VDMA zufolge vor allem kleinere Abnehmerbranchen wie die Rüstungsindustrie, die Luft- und Raumfahrt sowie die Medizintechnik. Auch die Elektro- und Elektronikbranche profitiert demnach von hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz.

Belastend wirken hingegen weiterhin die schwachen Perspektiven in der Chemieindustrie. Zudem trifft die Krise in der Automobilbranche auch Teile des Maschinenbaus, etwa die Bereiche Robotik und Automation.

VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt sprach von einem Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Zugleich betonte er, dass die Branche weiterhin mit schwierigen Rahmenbedingungen kämpfe – darunter geopolitische Spannungen, starker Wettbewerbsdruck aus China und hohe Kosten am Standort Deutschland.

Umsatzplus erwartet, Jobs weiter unter Druck

Für das laufende Jahr rechnen 57 Prozent der Unternehmen mit einem nominalen Umsatzwachstum, im kommenden Jahr erwarten das sogar 62 Prozent. Trotz dieser Aussichten dürfte der Personalabbau nach Einschätzung des Verbands anhalten.

52 Prozent der Firmen gehen davon aus, ihre Stammbelegschaft konstant zu halten. Mehr als 30 Prozent sehen sich jedoch zu Stellenstreichungen gezwungen. Neueinstellungen planen lediglich 18 Prozent der Unternehmen.

Die zahlreichen Krisen der vergangenen Jahre und der industrielle Wandel hätten deutliche Spuren hinterlassen, sagte Gernandt. Seit 2019 seien im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland rund 100.000 Arbeitsplätze weggefallen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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