Politik

Darum ziehen die USA weiße Südafrikaner vor

US wollen kaum noch Flüchtlinge aufnehmen – außer einer umstrittenen Gruppe aus Südafrika. Die Begründung überrascht.

23.09.2026, 08:56 Uhr

USA wollen 2027 bis zu 17.500 Flüchtlinge aus Südafrika aufnehmen

Die US-Regierung plant für das Haushaltsjahr 2027 die Aufnahme von bis zu 17.500 Flüchtlingen aus Südafrika. Nach Angaben des Außenministeriums, über die CNN und CBS News berichten, soll es sich dabei überwiegend um weiße Südafrikaner handeln. Zur Begründung heißt es, diese Menschen seien in ihrem Heimatland Benachteiligungen ausgesetzt.

Washington geht demnach davon aus, dass sich die aus Südafrika kommenden Flüchtlinge gut in den USA eingliedern können und dabei nur in begrenztem Maß öffentliche Mittel beanspruchen. Für ihre Umsiedlung sind laut dem Bericht rund 500 Millionen US-Dollar, umgerechnet etwa 437 Millionen Euro, vorgesehen. Das US-Haushaltsjahr 2027 beginnt am 1. Oktober 2026.

Die Beziehungen zwischen den USA und Südafrika gelten seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump als belastet. Trump wirft der Regierung in Pretoria vor, die weiße Minderheit im Land zu benachteiligen, insbesondere die Afrikaaner, also Nachfahren niederländischer Siedler. In diesem Zusammenhang sprach er auch von einem angeblichen „Genozid“. US-Medien zufolge sollen deshalb vor allem Afrikaaner für das Programm infrage kommen.

Experten sowie die südafrikanische Regierung weisen diese Darstellung jedoch klar zurück. Sie verweisen darauf, dass die Afrikaaner bis in die frühen 1990er Jahre das Apartheid-System prägten, unter dem die schwarze Bevölkerungsmehrheit systematisch unterdrückt wurde.

Deutlich geringere Flüchtlingsaufnahme unter Trump

Generell hat Trump die Zahl der in den USA aufgenommenen Flüchtlinge stark gesenkt. Künftig sollen pro Jahr höchstens 7.500 Menschen aufgenommen werden, die wegen ihrer Herkunft, Religion oder politischen Haltung verfolgt werden. Unter seinem Vorgänger Joe Biden hatte die Obergrenze noch bei 125.000 gelegen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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