Politik

Atom-Pakt! Deutschland und Frankreich ziehen los

Neue Atom-Allianz? Deutschland sucht Schutz nicht mehr nur in Washington – mit Frankreich wird es jetzt plötzlich konkret.

16.07.2026, 13:39 Uhr

Deutschland und Frankreich setzen Nuklear-Partnerschaft mit Luftwaffenübung um

Deutschland und Frankreich haben ihre im März vereinbarte Zusammenarbeit bei der nuklearen Abschreckung erstmals praktisch erprobt. Unmittelbar vor dem Deutschlandbesuch von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron trainierten zwei französische Rafale-Kampfjets, die für den Einsatz von Atomwaffen ausgelegt werden können, gemeinsam mit zwei Eurofightern der Bundeswehr die Betankung in der Luft durch ein französisches Tankflugzeug. Das bestätigte ein Sprecher der Luftwaffe.

Mit der Übung beginnt die konkrete Umsetzung der deutsch-französischen Nuklear-Partnerschaft, auf die sich Bundeskanzler Friedrich Merz und Macron Anfang März verständigt hatten. Am Freitag kommt der deutsch-französische Sicherheits- und Verteidigungsrat auf dem Fliegerhorst Nörvenich bei Köln zusammen.

Dort ist nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen ein weiterer gemeinsamer Schritt geplant: Deutsche und französische Soldaten sollen an den Flugzeugen des jeweils anderen Landes Wartungsarbeiten üben. Zudem soll der Verteidigungsrat als nächsten Schritt beschließen, dass sich im Herbst erstmals deutsche Soldaten an einem französischen Nuklear-Manöver beteiligen.

Macron hatte europäischen Partnern bereits vor Jahren angeboten, sich unter den atomaren Schutzschirm Frankreichs zu stellen. Frankreich ist neben Großbritannien das einzige Land in Westeuropa mit eigenen Atomwaffen. In Deutschland lagern derzeit US-Atombomben im Rahmen der nuklearen Abschreckung der Nato; für einen möglichen Einsatz hält die Bundeswehr Kampfflugzeuge bereit. Die Zusammenarbeit mit Frankreich soll die Abschreckungsfähigkeit der Nato ergänzen und stärken.

Neben Deutschland und Großbritannien wollen auch weitere europäische Staaten mit Frankreich bei der nuklearen Abschreckung kooperieren. Positiv auf das französische Angebot reagierten nach dpa-Informationen auch Polen, die Niederlande, Belgien, Griechenland, Schweden, Dänemark und Norwegen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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