Bayern

Regentonnen oder Verbote? Der irre Wasser-Streit

Pool-Verbot in München, Regentonnen-Bonus in Bayreuth: So unterschiedlich reagieren Bayerns Städte auf die Wasserkrise.

16.07.2026, 15:40 Uhr

VKU fordert bayernweite Wassermaßnahmen wegen Dürre und sinkendem Grundwasser

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) drängt in Bayern auf umfassende Schritte gegen die Folgen anhaltender Trockenheit und fallender Grundwasserstände. Nach Einschätzung des Verbands reichen die bislang zahlreichen Modell- und Pilotprojekte nicht mehr aus.

Wie der VKU in München mitteilte, lag die Grundwasserneubildung im Freistaat zwischen 2003 und 2025 im Jahresmittel rund 15 Prozent unter dem nötigen Niveau. Einzelne regenreiche Jahre hätten dieses Defizit nicht dauerhaft ausgleichen können.

In Bayern gehören dem Verband nach eigenen Angaben 231 kommunale Unternehmen an, darunter Stadtwerke sowie Betriebe aus den Bereichen Energie, Wasser und Abwasser, Abfallwirtschaft und Telekommunikation.

Forderung nach mehr Wasserrückhalt in der Fläche

Der VKU verlangt unter anderem, Wasser stärker in der Landschaft zu halten, die Nutzung von Flächen neu zu denken und lokale Wasserkreisläufe durch Wiedervernässung zu stabilisieren. Dafür brauche es gesunde, aufnahmefähige Böden, ausreichend Vegetation und weniger versiegelte Flächen.

Aus Sicht des Verbands dürfe Wasser künftig nicht mehr möglichst schnell abgeleitet werden – weder in Siedlungsgebieten noch entlang von Straßen, Gräben oder aus land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen.

Kommunen rufen zum sparsamen Umgang mit Trinkwasser auf

Spätestens seit der Hitzewelle Ende Juni ist die Trinkwasserversorgung in vielen bayerischen Kommunen ein zentrales Thema. Zwar hatte das Landesamt für Umwelt zuletzt erklärt, dass die öffentliche Versorgung mit Trinkwasser im Freistaat gesichert sei. Dennoch appellieren mehrere Städte an die Bevölkerung, Wasser bewusster und sparsamer zu verwenden.

Besonders angespannt ist die Lage nach Angaben des Landesamts derzeit in Schwaben, Oberbayern und Ostbayern. In München gilt bereits ein Verbot, private Pools zu befüllen oder Rasenflächen zu bewässern. Auch in Landau gibt es entsprechende Einschränkungen.

Bayreuth unterstützt Regentonnen-Kauf

In anderen Regionen Bayerns stellt sich die Situation derzeit weniger kritisch dar. Dennoch beobachten Stadtwerke und Wasserversorger die Entwicklung der Grundwasserstände genau.

Die Stadt Bayreuth teilte mit, dass bislang weder Einschränkungen noch Verbote notwendig gewesen seien und solche aktuell auch nicht erwartet würden. Gleichwohl sei ein verantwortungsvoller Umgang mit Trinkwasser sinnvoll. Um die Nutzung von Regenwasser im Garten zu fördern, haben die Stadtwerke dort ein Förderprogramm für Regentonnen gestartet.

Auch in Straubing, Coburg, Ingolstadt und Passau sind derzeit keine Maßnahmen wie in München geplant. Im unterfränkischen Marktheidenfeld können Bürgerinnen und Bürger online über ein Ampelsystem des Wasserversorgers sehen, wie stark das Trinkwassernetz belastet ist. Am Donnerstag stand die Anzeige auf Rot – ein Zeichen für sehr hohen Verbrauch. Die Stadt bat deshalb darum, auf Gartenbewässerung und Autowäschen zu verzichten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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