Bayern

Flüsse in Not: Fischer fordern jetzt Schutz

Zu warm, zu wenig Wasser: Bayerns Fischer schlagen Alarm – und fordern von der Staatsregierung jetzt drastische Schritte.

16.07.2026, 15:23 Uhr

Fischerverband warnt vor Folgen von Hitze und Niedrigwasser in Bayerns Flüssen

Angesichts sinkender Pegelstände und steigender Temperaturen in Bayerns Flüssen drängt der Landesfischereiverband (LFV) auf stärkere Maßnahmen zum Schutz der Gewässer. Nach Angaben des Verbands wurde in der Isar in München in diesem Jahr bereits eine Wassertemperatur von über 21 Grad registriert – ein Bereich, der für Forellen kritisch werden kann. Auch Äschen und Huchen leiden unter Trockenheit und warmem Wasser, da sie auf kühle und sauerstoffreiche Lebensräume angewiesen sind.

Der Verband aus Oberschleißheim fordert deshalb, die vorgeschriebenen Mindestwassermengen in Flüssen neu festzulegen und den Schwerpunkt stärker auf den Schutz der Gewässer statt auf deren wirtschaftliche Nutzung zu legen. Außerdem seien in Bayern zusätzliche automatisierte Messstationen nötig. Gerade bei Niedrigwasser fehlten vielerorts aktuelle Echtzeitdaten, insbesondere an den zahlreichen kleineren Wasserkraftanlagen.

Wasserentnahmen sollen strenger kontrolliert werden

Nach Ansicht des LFV muss zudem genauer überprüft werden, wie viel Wasser entlang des gesamten Flussverlaufs entnommen wird – und nicht nur getrennt nach den Verwaltungsgrenzen einzelner Landkreise. Unerlaubte Wasserentnahmen seien unter den Bedingungen des Klimawandels kein geringfügiges Vergehen mehr, sondern ein Fall für staatliches Einschreiten, betonte der Verband.

Als weiteren wichtigen Schritt nennt der Fischereiverband den Rückbau oder die Umgestaltung von Wasserkraftwerken. Dadurch könnten Fische aus wärmeren Flussbereichen wieder kühlere Abschnitte erreichen. Mit Blick auf den Tierschutz sei das von zentraler Bedeutung, erklärte der Verband, der rund 142.000 Mitglieder vertritt.

Verbandspräsident Axel Bartelt warnte, Bayerns Gewässer erwärmten sich infolge der Klimakrise zunehmend. Niedrigwasser werde immer häufiger zum Normalfall, kleine Gewässer könnten sogar vollständig austrocknen. Dadurch gerieten die Fischbestände massiv unter Druck. Die Politik müsse deshalb entschlossen und ohne Verzögerung handeln.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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