Thüringen

Inferno am Dampflokwerk: Droht jetzt der Einsturz?

Rauch bis nach Bayern, Halle zerstört, Glut bleibt: Was der Großbrand in Meiningen anrichtete – und warum das Areal tabu ist.

29.07.2026, 15:03 Uhr

Der Großbrand auf dem Gelände hinter dem Dampflokwerk in Meiningen ist nach stundenlangem Einsatz gelöscht. Ausgebrochen war das Feuer am Dienstagnachmittag in einem leerstehenden Lagerhallenkomplex. Die Nachlöscharbeiten und Sicherungsmaßnahmen dauerten bis in die frühen Morgenstunden des Mittwochs an. Nach Angaben der Stadt Meiningen waren insgesamt 182 Einsatzkräfte vor Ort. Damit zählt der Einsatz zu den größten der vergangenen Jahre in Südthüringen.

Vereinzelt loderten weiterhin Glutnester auf, die von der Feuerwehr bekämpft wurden. Wegen akuter Einsturzgefahr konnte die Halle nicht von innen betreten werden, sodass die Löscharbeiten ausschließlich von außen erfolgen mussten. Teile des Dachs waren bereits eingestürzt. Das Gelände bleibt auch nach Abschluss der Maßnahmen gesperrt. Die Feuerwehr warnte ausdrücklich vor Lebensgefahr in dem Bereich. Stadtbrandmeister Michael Friedrich sprach von einem Totalschaden.

Rauchsäule war bis nach Bayern zu sehen

Zur Ursache des Feuers und zur Höhe des Schadens gibt es bislang keine gesicherten Erkenntnisse. Die Ermittlungen sollen beginnen, sobald die Situation es zulässt. Nach bisherigem Stand wurde niemand verletzt. Ein Feuerwehrmann erlitt während des Einsatzes Kreislaufprobleme.

Die Warnung an die Bevölkerung wurde inzwischen aufgehoben. Messungen ergaben laut Behörden keine konkrete Gesundheitsgefahr. Vorsorglich waren die Menschen in Meiningen und Umgebung zuvor dennoch gebeten worden, möglichst im Haus zu bleiben sowie Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die hohe schwarze Rauchsäule war bis nach Bayern sichtbar und hatte dort zeitweise Fehlalarme ausgelöst. Auch in der benachbarten Stadt Suhl war eine Warnmeldung herausgegeben worden.

Großbrand in Meiningen
Die Nachlösch- und Sicherungsmaßnahmen zogen sich bis in die frühen Morgenstunden hin. Quelle: Pia Bayer/dpa

Dampflokwerk blieb laut Stadt unbedroht

Betroffen ist eine stark überwucherte Brachfläche, die zu einem bereits an einen privaten Eigentümer verkauften Teil des ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerks gehört. Nach Angaben der Stadt waren weder die Dampflok-Erlebniswelt noch das benachbarte, weiterhin aktive Dampflokwerk der DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH zu irgendeinem Zeitpunkt gefährdet. Der reguläre Betrieb im DB-Werk sollte am Mittwoch wieder aufgenommen werden.

Bürgermeister Fabian Giesder erklärte, nun müsse vor allem die Brandruine gesichert werden. Zudem solle der private Eigentümer in die Pflicht genommen werden, seine Verkehrssicherungspflichten zu erfüllen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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