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Scholz zu Trumps Kritik an Merz: Kippt die Beziehung?

Nach seiner scharfen Kritik am US-Einsatz im Iran gerät Kanzler Friedrich Merz massiv unter Druck. Trump reagiert wütend – und ausgerechnet Ex-Kanzler Scholz versucht zu beruhigen.

29.04.2026, 01:24 Uhr

Der Krieg mit dem Iran belastet das Verhältnis zwischen Deutschland und den USA zunehmend. Nach Kritik von Bundeskanzler Friedrich Merz am amerikanischen Kurs reagierte US-Präsident Donald Trump mit einer ungewöhnlich scharfen persönlichen Attacke. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, Merz habe "keine Ahnung, wovon er spricht". Zugleich legte Trump nach und erklärte, es sei kein Wunder, dass es Deutschland wirtschaftlich und auch sonst schlecht gehe.

Merz wies den Eindruck eines Bruchs jedoch zurück. Bei einer Pressekonferenz in Berlin sagte der CDU-Politiker, das persönliche Verhältnis zum amerikanischen Präsidenten sei aus seiner Sicht unverändert gut. Man stehe weiterhin in gutem Austausch.

Auch der frühere Bundeskanzler Olaf Scholz reagierte zurückhaltend auf den Streit. Bei einem Auftritt in New York, wo er mit der Leo-Baeck-Medaille für besonderes Engagement für das jüdische Leben ausgezeichnet wurde, sagte der SPD-Politiker, die transatlantischen Beziehungen müssten unterschiedliche Auffassungen aushalten können. Meinungsverschiedenheiten seien kein Grund für eine schlechtere Zusammenarbeit.

Vom guten Start zum offenen Konflikt

Noch vor kurzer Zeit war der Ton zwischen Trump und Merz deutlich freundlicher. Beim Antrittsbesuch des Kanzlers im vergangenen Juni im Oval Office hatte Trump ihn als respektierten und guten Mann bezeichnet und eine großartige Beziehung zu Deutschland in Aussicht gestellt. Auch bei einem weiteren Treffen Anfang März lobte er Merz als sehr erfolgreichen Politiker und starken Anführer.

Inzwischen hat sich das Verhältnis im Zuge des Iran-Kriegs spürbar verschlechtert. Aus Sicht der Bundesregierung gibt es mehrere Gründe für die wachsende Distanz: Deutschland war in die amerikanische Entscheidung nicht eingebunden, die strategischen Ziele der USA gelten als unklar, und eine weitere Eskalation könnte den gesamten Nahen Osten erfassen. Besonders groß ist in Berlin die Sorge vor einer Blockade der Straße von Hormus, die direkte Folgen für Energieversorgung und Wirtschaft in Deutschland und Europa hätte.

Merz zeigt sich zunehmend ernüchtert

Merz hatte seine Kritik in den vergangenen Tagen deutlich verschärft. Am Rande der Unions-Klausur in Berlin räumte er ein, er sei in dieser Frage inzwischen desillusioniert. Zuvor hatte er bei einer Diskussion mit Schülern im Sauerland gesagt, eine ganze Nation werde durch die iranische Führung gedemütigt. Zugleich äußerte er Zweifel daran, dass die USA den Krieg rasch beenden könnten, und kritisierte fehlende Überzeugungskraft in den Verhandlungen.

Diese Äußerungen sorgten international für Aufmerksamkeit und dürften Trumps heftige Reaktion mit ausgelöst haben. Merz bekräftigte anschließend dennoch seine Linie. Er habe von Beginn an Zweifel an der Entwicklung des Konflikts gehabt und dies klar gesagt. Aus seiner Sicht müsse der Krieg beendet werden, auch wegen der möglichen Folgen für Deutschland und Europa.

Größerer Konflikt mit europäischen Partnern

Der Streit zwischen Trump und Merz erinnert an frühere transatlantische Zerwürfnisse, etwa zwischen George W. Bush und Gerhard Schröder während des Irak-Kriegs oder an Trumps Angriffe auf Angela Merkel in seiner ersten Amtszeit. Merz ist zudem nicht der einzige europäische Regierungschef, mit dem Trump zuletzt hart aneinandergeriet. Auch Großbritanniens Premier Keir Starmer, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni standen bereits im Fokus seiner Angriffe.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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