Sachsen

CDU siegt in Aue: Rechtsextremer bei OB-Wahl gestoppt

Knapper Showdown in Aue-Bad Schlema: CDU-Mann Hoffmann schlägt die „Freien Sachsen“ – so eng war die Wahl.

07.06.2026, 19:38 Uhr

Der CDU-Kandidat Marcus Hoffmann hat die Oberbürgermeisterwahl in Aue-Bad Schlema im Erzgebirge gewonnen. In der Stichwahl setzte er sich nach Angaben der Stadt gegen Stefan Hartung von der rechtsextremen Partei „Freie Sachsen“ durch. Hoffmann erhielt 5.007 Stimmen, Hartung kam auf 4.499 Stimmen.

Aue bleibt in CDU-Hand

Mit dem Wahlsieg von Hoffmann bleibt die Stadt mit rund 19.000 Einwohnern weiter von der CDU geführt. Der bisherige Oberbürgermeister Heinrich Kohl (CDU) steht seit 1999 an der Spitze der Stadt und scheidet nun aus Altersgründen aus.

Hoffmann ist 41 Jahre alt und arbeitet bislang im Bauamt der Stadt. Nach eigenen Angaben ist er verheiratet und Vater von zwei Kindern. Im Wahlkampf hatte er betont: „Mein Herzensanliegen ist, dass die Menschen das Potenzial in der Stadt sehen, das ich sehe.“ Zur Wahl aufgerufen waren insgesamt mehr als 15.000 Bürgerinnen und Bürger.

Gegenkandidat lag im ersten Wahlgang noch vorn

Im ersten Wahlgang am 10. Mai hatte Stefan Hartung noch vorne gelegen. Unter damals fünf Bewerbern erreichte er jedoch nur 29,0 Prozent und verfehlte damit die notwendige absolute Mehrheit.

Der 37-Jährige war über Jahre Funktionär der NPD, die heute „Die Heimat“ heißt. Außerdem sitzt er im Stadtrat und im Kreistag.

Wer sind die „Freien Sachsen“?

Hartung war Mitbegründer der „Freien Sachsen“ und ist heute deren stellvertretender Vorsitzender. Der sächsische Verfassungsschutz beschreibt die Partei als eine „als Partei organisierte Gruppierung von Neonationalsozialisten, Die-Heimat-Funktionären und weiteren Szeneangehörigen oder -sympathisanten“.

Nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden richten sich die verfassungsfeindlichen Aktivitäten der Partei gegen den Bestand des Bundes. Die Gruppierung strebt demnach mehr Eigenständigkeit für Sachsen an und bringt dabei auch einen sogenannten „Säxit“ ins Spiel – angelehnt an den Brexit. Dabei verstehen die „Freien Sachsen“ Sachsen nicht nur in seinen heutigen Grenzen, sondern orientieren sich am Gebiet des einstigen Königreichs.

Verfassungsschutz stuft Partei als rechtsextrem ein

Sowohl der sächsische Verfassungsschutz als auch das Bundesamt für Verfassungsschutz stufen die regional aktive Kleinstpartei als rechtsextrem ein. Nach eigenen Angaben hat sie rund 1.200 Mitglieder. Bekannt ist sie unter anderem durch öffentliche Protestaktionen, darunter auch Fackelmärsche gegen Asylbewerberunterkünfte.

Nach Angaben des Bundesamts versucht die Partei zudem, nicht nur auf der Straße, sondern auch über Kommunal- und Landtagswahlen politischen Einfluss zu gewinnen. Die „Freien Sachsen“ sähen politische Prozesse vor allem als Werkzeug zur Vorbereitung eines Systemwechsels, heißt es von der Behörde.

Stadt mit Bergbautradition

Aue-Bad Schlema liegt im Erzgebirge, das überregional vor allem für Bergbautradition, Kunsthandwerk und Wintersport bekannt ist. Im kommenden Jahr ist die Stadt Gastgeberin der sächsischen Landesgartenschau.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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