Das Highfield-Festival bei Leipzig wird in diesem Sommer vorerst zum letzten Mal veranstaltet. Die Organisatoren ziehen sich wegen stark gestiegener Ausgaben zurück. Wie Semmel Concerts und FKP Scorpio am Donnerstag mitteilten, sei Sachsens größtes Rock- und Popfestival in seiner bisherigen Form wirtschaftlich nicht mehr zu stemmen. Vom 13. bis 16. August soll das Festival am Störmthaler See deshalb ein letztes Mal unter dem Motto „One Last Dance“ stattfinden.
Steigende Ausgaben, sinkende Nachfrage
Nach Angaben der Veranstalter sind Festivals in den vergangenen Jahren deutlich teurer geworden, während zugleich das Interesse des Publikums wegen höherer Lebenshaltungskosten zurückgeht. Dass immer mehr Veranstaltungen abgesagt oder eingestellt werden, sei daher wenig überraschend. Im Vergleich zur Zeit vor der Corona-Pandemie seien die Kosten für Personal, Technik, Materialien, Künstlerhonorare und Energie um etwa 45 Prozent gestiegen. In der bisherigen Größe und Ausrichtung lasse sich das Highfield deshalb nicht mehr fortführen.
Ob es am Störmthaler See künftig ein neues Format geben könnte, ist noch offen. Für 2027 ist zunächst eine kreative Pause geplant. In dieser Zeit soll an einem neuen Konzept gearbeitet werden.
Festivalgeschichte am Störmthaler See
Seit 2010 fand das Highfield auf einer Halbinsel am Störmthaler See in Großpösna nahe Leipzig statt. Davor war das Festival zwölf Jahre lang am Stausee Hohenfelden bei Erfurt beheimatet. Der Umzug nach Sachsen erfolgte nach Konflikten rund um Müll und Sachbeschädigungen in Thüringen. Laut Veranstaltern stieg die Besucherzahl im Laufe der Jahre von rund 25.000 auf zeitweise bis zu 35.000.
Erinnerung an den Brand des Riesenrads
Vor zwei Jahren wurde das Festival von einem schweren Zwischenfall überschattet: Ein Riesenrad geriet in Brand, zwei Gondeln wurden zerstört. Dabei wurden 16 Menschen verletzt, einige davon schwer. Die Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung dauern weiterhin an.
Die Gemeinde Großpösna reagierte mit Bedauern auf das angekündigte Aus. Bürgermeister Daniel Strobel erklärte, man empfinde das Ende des Festivals als spürbaren Verlust. Zugleich sei nachvollziehbar, dass wirtschaftliche Gründe gegen eine Fortsetzung sprechen, und dies müsse akzeptiert werden.
Zahlreiche bekannte Acts zum Abschied
Für die vorerst letzte Ausgabe im August haben sich viele nationale und internationale Künstler angekündigt. Auf dem Programm stehen unter anderem Kraftklub, 01099, Beatsteaks, Marteria und Feine Sahne Fischfilet.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber