Sachsen

Bildungsstudie: Darum führt Sachsen

Schon wieder ganz vorn: Warum Sachsen im Bildungsranking alle abhängt – und was der Freistaat besser macht als der Rest.

14.09.2026, 12:45 Uhr

Sachsen bleibt im Bildungsmonitor an der Spitze

Sachsen verfügt aus bildungsökonomischer Sicht erneut über das stärkste Bildungssystem im Ländervergleich. Im aktuellen Bildungsmonitor der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) verteidigt der Freistaat seinen ersten Platz. Wie bereits im Vorjahr folgen Bayern, Hamburg und Baden-Württemberg auf den weiteren Spitzenrängen. Am unteren Ende der Rangliste finden sich Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt, während Bremen erneut den letzten Platz belegt.

Vergleich anhand von 98 Indikatoren

Die Untersuchung wurde vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erstellt und bewertet die Bildungssysteme der Bundesländer anhand von 98 Kennzahlen. Berücksichtigt werden unter anderem die Ausgaben pro Schüler im Verhältnis zu den gesamten öffentlichen Ausgaben je Einwohner. Ebenso fließen Investitionen in Schulen und Hochschulen, Betreuungsschlüssel, Klassengrößen, die Quote der Schulabbrecher sowie die Nutzung von Ganztagsangeboten in die Analyse ein.

Im Mittelpunkt steht laut Studie die Frage, wie stark das Bildungssystem dazu beiträgt, Wohlstand zu sichern, individuelle Aufstiegschancen zu verbessern und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

Studie warnt vor problematischen Trends

Die Autoren verweisen zugleich auf Entwicklungen, die seit Jahren in Bildungsstudien sichtbar werden. Dazu zählen nachlassende Leistungen in Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen sowie ein wachsender Anteil von Schülerinnen und Schülern, die Mindeststandards oder Abschlüsse nicht erreichen. Nach Einschätzung der Studienmacher gefährdet das nicht nur die Chancen des Einzelnen, sondern auch die Fachkräftesicherung in Deutschland.

Als wichtige Aufgabenfelder nennt der Bildungsmonitor die frühe Sprachförderung ebenso wie flexible Wege zur beruflichen Nachqualifizierung. Besonders kritisch bewerten die Autoren die demografische Entwicklung in den ostdeutschen Flächenländern, wo die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter zurückgeht. Daher spiele Zuwanderung eine wichtige Rolle.

Zugleich könne das Bildungssystem an vielen Stellen positiv gegensteuern – etwa durch die Vermittlung von Offenheit und Internationalität in Schulen oder durch eine bessere Einbindung internationaler Studierender, beispielsweise über ausreichend Studienplätze und begleitende Programme an Hochschulen.

Warum Sachsen so gut abschneidet

Für Sachsen hebt die Studie erneut besonders die starke Ganztagsbetreuung hervor. Ein überdurchschnittlich großer Anteil der Kinder wird dort ganztägig in Schulen oder Kitas betreut. Positiv bewertet werden außerdem das gut qualifizierte Personal in den Kindertagesstätten mit einem vergleichsweise geringen Anteil ungelernter Kräfte sowie die guten Ergebnisse bei Schulleistungstests.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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