Bayern

Bildungsstudie: Bayern nur Zweiter

Nicht nur Noten zählen: Forscher haben Deutschlands Bildungssysteme neu gerankt – und der Blick aufs Ranking überrascht.

14.09.2026, 13:00 Uhr

Bayerns Bildungssystem gehört aus bildungsökonomischer Sicht erneut zu den stärksten in Deutschland. Im aktuellen Bildungsmonitor der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft belegt der Freistaat wie schon im Vorjahr den zweiten Platz hinter Sachsen. Die Untersuchung bescheinigt Bayern viele Stärken, nennt aber auch Schwachstellen.

Vergleich anhand zahlreicher Kennzahlen

Die Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) vergleicht die Bildungssysteme der Bundesländer auf Basis von 98 Indikatoren. Berücksichtigt werden unter anderem die Ausgaben pro Schülerin und Schüler, Investitionen in Schulen und Hochschulen, Betreuungsrelationen, Klassengrößen, Schulabbrecherquoten sowie die Nutzung von Ganztagsangeboten.

Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welchen Beitrag Bildung dazu leistet, Wohlstand zu sichern, wirtschaftliches Wachstum zu fördern, individuelle Aufstiegschancen zu verbessern und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

Besonders stark in der beruflichen Bildung

Bestnoten erhält Bayern vor allem in der beruflichen Bildung. Laut Studie gelingt der Übergang von der Schule in den Beruf besonders gut. Auch das Angebot an Ausbildungsplätzen ist demnach überdurchschnittlich hoch, sodass zuletzt nur vergleichsweise wenige Bewerberinnen und Bewerber ohne Stelle blieben.

Positiv fällt außerdem auf, dass der Anteil der Schulabgängerinnen und Schulabgänger ohne Abschluss im Jahr 2024 mit knapp sechs Prozent der niedrigste bundesweit war.

Auch bei den Kompetenzen von Neuntklässlern in Mathematik und Naturwissenschaften liegt Bayern vorne und erreicht bundesweit Rang zwei. An den Gymnasien reichte es sogar für Platz eins. Ebenso schnitten Bayerns Jugendliche bei den Englischkenntnissen sehr gut ab.

Bildungsvergleich
Ganz vorne im Bildungsvergleich der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft liegt jedoch Sachsen. (Symbolbild) Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Hohe Ausgaben für Bildung

Gelobt werden außerdem der überdurchschnittlich hohe Anteil internationaler Studierender sowie gute Ergebnisse bei Digitalisierung und Forschungsorientierung. Besonders hervorgehoben werden die hohen Bildungsausgaben im Freistaat.

Nach Angaben der Studie gibt Bayern an weiterführenden Schulen 14.360 Euro pro Schülerin und Schüler aus. Das ist der höchste Wert im Ländervergleich und liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 11.638 Euro. Auch im Verhältnis zu den gesamten öffentlichen Ausgaben je Einwohner erreicht Bayern hier den Spitzenwert.

Kritik bei Ganztagsbetreuung

Kritisch sehen die Studienautoren allerdings die geringe Verbreitung von Ganztagsangeboten im Freistaat. So lag der Anteil ganztags betreuter Kindergartenkinder im vergangenen Jahr mit 33 Prozent deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 48 Prozent.

Auch bei den Ganztagsplätzen an Grundschulen schnitt Bayern 2024 schwach ab: Hier lag die Quote bei nur 16 Prozent, während der Bundeswert 51 Prozent erreichte. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass es in Bayern zusätzlich Hortangebote gibt. Zudem könnte sich die Lage durch den seit diesem Schuljahr geltenden Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz für Erstklässler bereits verändert haben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen