Politik

Morddrohung gegen Knobloch: Was jetzt bekannt ist

Nach dem AfD-Sieg äußert sie Entsetzen – kurz darauf folgt eine Todesdrohung. Jetzt stellt sich die brisante Frage: Wer steckt dahinter?

14.09.2026, 12:54 Uhr

Nach der Morddrohung gegen Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, gibt es weiterhin keine Hinweise auf den oder die Verantwortlichen. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, laufen die Ermittlungen zwar, bislang sei jedoch niemand festgenommen worden oder konkret unter Verdacht geraten.

Entdeckt worden war die Schmiererei am Donnerstag von einem Zeugen im Englischen Garten in München. Die Drohung befand sich auf einer Parkbank und einem Mülleimer. Nach Angaben der Polizei stand sie ausdrücklich im Zusammenhang mit dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt. Knobloch sagte daraufhin ihre Teilnahme an einer Veranstaltung ab. Zuerst hatte darüber die "Abendzeitung" berichtet.

Die 93-jährige Holocaust-Überlebende hatte sich nach dem AfD-Wahlsieg tief erschüttert gezeigt. Sie erklärte, sie hätte sich nicht vorstellen können, dass Rechtsextreme in Deutschland erneut in dieser Weise Wahlerfolge erzielen. Offen sprach sie davon, dass ihr diese Entwicklung Angst mache.

Ermittlungen wegen Volksverhetzung, Bedrohung und Sachbeschädigung

Die Israelitische Kultusgemeinde bestätigte am Freitag, dass Knobloch die in der Drohung namentlich genannte Person war. Die langjährige Kämpferin gegen Antisemitismus und frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland verzichtete deshalb auf die Teilnahme an einem Abendtermin.

Nach Angaben des Antisemitismusbeauftragten der Generalstaatsanwaltschaft München, Oberstaatsanwalt Andreas Franck, gehörte zu den Schmierereien auch ein Davidstern. Die Generalstaatsanwaltschaft München ermittelt nun unter anderem wegen Volksverhetzung, Bedrohung und Sachbeschädigung.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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