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Judo-Eklat: Gastkämpfer geht brutal auf Gegner los

Judo steht für Respekt – doch in Leipzig eskaliert ein Kampf brutal. Ein Gast-Kämpfer prügelt los, nun droht lebenslanges Aus.

06.09.2026, 12:00 Uhr

Gewaltvorfall überschattet Judo-Bundesliga in Leipzig

Ein schwerer Zwischenfall hat den Bundesliga-Kampfabend im Judo in Leipzig überschattet. Nach dem Ende eines Duells attackierte der georgische Gaststarter Akaki Japaridze vom JC Leipzig seinen Kontrahenten Timo Cavelius vom TSV Abensberg. Der Vorfall ereignete sich am Samstagabend in der Sporthalle Brüderstraße. Der Leipziger Kämpfer schlug dem deutschen Olympia-Athleten völlig überraschend mehrfach mit der Faust ins Gesicht. Vorausgegangen war dem Angriff offenbar eine provokante Jubelgeste des Siegers aus Bayern.

Cavelius mit Kieferbruch im Krankenhaus

Nach Angaben der Leipziger Volkszeitung erlitt Cavelius einen Kieferbruch und verlor zudem zwei Zähne. Der 29-Jährige wurde noch am selben Abend in die Universitätsklinik gebracht und dort operiert. Für den Judoka, der auf eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2028 hinarbeitet, ist der Vorfall besonders bitter, da er vorerst keine Weltranglistenpunkte sammeln kann. Japaridze verließ nach der Attacke offenbar den Ort des Geschehens und zog sich ins Hotel zurück.

Trainer sprechen von einem schockierenden Einzelfall

Abensbergs Trainer Manuel Scheibel bezeichnete den Ausraster des Georgiers als einmaligen und erschütternden Vorfall. Zugleich betonte er, dass das Geschehen nichts mit dem Verhältnis der beiden Vereine zu tun habe, das weiterhin gut sei. Auch die Entscheidung, den Teamkampf trotz des Vorfalls regulär zu Ende zu bringen, hielt er für richtig.

Der JC Leipzig reagierte kurz darauf mit einer öffentlichen Entschuldigung auf Instagram. In der Stellungnahme machte der Club deutlich, dass Gewalt im Judo keinen Platz habe und die Werte des Sports Respekt, Fairness, Toleranz und gegenseitige Achtung seien. Selbst Leipzigs Trainer Olaf Schmidt, der auf jahrzehntelange internationale Erfahrung zurückblickt, erklärte, eine solche Szene im Wettkampf noch nie erlebt zu haben.

Mögliche harte Konsequenzen für Japaridze

Sportlich stand der 8:6-Erfolg des JC Leipzig gegen den erfolgsverwöhnten TSV Abensberg zu diesem Zeitpunkt bereits fest. Die beiden Judoka waren innerhalb kurzer Zeit bereits zum zweiten Mal aufeinandergetroffen. Im ersten Vergleich der Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm hatte noch der Leipziger gewonnen.

Nun müssen Verein und Verband den Vorfall aufarbeiten. Dem JC Leipzig könnte eine Geldstrafe drohen. Für Japaridze selbst stehen womöglich noch deutlich härtere Sanktionen im Raum – bis hin zu einer lebenslangen Sperre durch den Weltverband. Der Georgier gehört erst seit dieser Saison zum Leipziger Bundesliga-Kader und war bislang nur zweimal eingesetzt worden. Nach dem Wettkampfwochenende sollte er wieder in seine Heimat zurückreisen.

JCL-Kapitän Hannes Conrad zeigte sich angesichts des Vorfalls fassungslos. Japaridze sei bis dahin stets ruhig und unauffällig aufgetreten, umso größer sei nun der Schock innerhalb des Vereins.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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