Martín Demichelis hat einen Einstand nach Maß bei RB Leipzig erlebt. Die Sachsen setzten Borussia Mönchengladbach mit viel Tempo, hoher Intensität und konsequentem Pressing früh unter Druck und gewannen in der ausverkauften Red Bull Arena vor 47.800 Zuschauern mit 3:0 (1:0). Ridle Baku traf in der 26. Minute zur Führung, Antonio Nusa legte kurz nach der Pause nach (49.), ehe Rocco Reitz in der 66. Minute den Endstand herstellte.
Schon vor dem Anpfiff sorgte Leipzig mit einer großen Choreografie zum 70. Jahrestag der Eröffnung des Zentralstadions für einen stimmungsvollen Rahmen. Auf dem Platz war sofort zu erkennen, welche Idee Demichelis verfolgt: schnelles Spiel nach vorn, Tiefgang und aggressives Anlaufen.
Leipzig druckvoll, Gladbach mit der großen Ausgleichschance
Trotz des engagierten Beginns fehlte den Gastgebern zunächst noch die letzte Präzision. Ezechiel Banzuzi vergab in der 16. Minute aus guter Position die mögliche Führung. Fast im Gegenzug hätte Gladbach zuschlagen können: Maarten Vandevoordt lenkte einen Versuch von Hugo Bolin an den Pfosten, anschließend rollte der Ball gefährlich vor der Linie entlang. Leipzigs Schlussmann reagierte jedoch blitzschnell und verhinderte im letzten Moment den Rückstand.
Wenig später belohnte sich RB für den hohen Aufwand. Nach einem Doppelpass mit Tidiam Gomis, der erneut den Vorzug vor Conrad Harder erhielt, musste Baku in der 26. Minute nur noch einschieben. Die Gäste blieben zwar immer wieder unangenehm, etwa bei einem abgefälschten Schuss von Lukas Ullrich (31.), doch die besseren Möglichkeiten lagen auf Leipziger Seite. Nusa verpasste per Direktabnahme (38.), zudem setzte Willi Orban einen Kopfball an die Latte (42.).

Nusa trifft sehenswert, Reitz erhöht gegen den Ex-Klub
Direkt nach dem Seitenwechsel legte Leipzig nach. Nusa zog an der Strafraumgrenze ab und setzte den Ball sehenswert unter die Latte – ein Treffer der Extraklasse zum 2:0. Danach wurde der Druck der Hausherren noch größer, während sich Gladbach kaum noch befreien konnte. Keeper Moritz Nicolas bewahrte seine Mannschaft mit einer starken Dreifach-Parade in der 60. Minute vor einem noch deutlicheren Rückstand.
Gladbach versuchte mit Wechseln neue Impulse zu setzen, doch Leipzig hatte ebenfalls frische Qualität in petto. Besonders die Einwechslung von Christopher Nkunku machte sich bemerkbar. Der Rückkehrer bereitete umgehend das 3:0 vor, das Reitz gegen seinen früheren Verein erzielte. Jubel zeigte der Mittelfeldspieler nach seinem Treffer nicht, von den Gladbacher Fans gab es dennoch deutliche Pfiffe.
Besonderes Spiel für Reitz und viel Applaus für Nkunku
Für Reitz war es ein emotionaler Abend, schließlich stand er erstmals von Beginn an für Leipzig auf dem Platz – ausgerechnet gegen seinen langjährigen Klub. Seit seinem Wechsel im April war ihm aus Mönchengladbach viel Kritik entgegengeschlagen. Wegen eines Infekts hatte er sich damals nicht persönlich verabschieden können. Vor der Partie suchte er noch den Kontakt zu seinen früheren Mitspielern, was von den Gästefans ebenso mit Missfallen aufgenommen wurde wie seine spätere Nennung bei der Mannschaftsaufstellung.
Nkunku, der zunächst auf der Bank saß, hatte dem Trainer signalisiert, noch nicht bei voller Fitness zu sein. Als er nach gut einer Stunde eingewechselt wurde, feierten ihn die Leipziger Anhänger lautstark – und wenig später hatte er mit seiner Vorlage direkten Anteil an einem rundum gelungenen Abend für RB und den neuen Trainer Demichelis.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber