Heidebad in Halle weist Menschen ohne ausreichende Deutschkenntnisse am Einlass ab
Im Heidebad in Halle (Sachsen-Anhalt) erhalten Besucherinnen und Besucher künftig keinen Zutritt mehr, wenn sie die deutsche Sprache nicht ausreichend verstehen. Geschäftsführer Mathias Nobel begründete den Schritt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur mit Sicherheitsaspekten. Man müsse sicherstellen, dass Badegäste die Baderegeln verstehen, um ihre Sicherheit gewährleisten zu können.
Wenn bereits am Eingang auffalle, dass es Verständigungsprobleme gebe, werde jeweils im Einzelfall entschieden, wie weiter verfahren werde. Entscheidend sei vor allem, dass die Menschen wüssten, wie sie sich am Wasser verhalten müssen. Für die Maßnahme habe es zwar Kritik gegeben, sagte Nobel. An der Regel wolle das Bad dennoch konsequent festhalten.
Kleinkind aus tiefem Wasser gerettet
Vor allem an heißen Tagen wie am vergangenen Wochenende sei der Andrang am Einlass so groß, dass eine zusätzliche Regelung nötig geworden sei, erklärte der Geschäftsführer. Im Bad selbst gebe es bereits an mehreren Stellen Hinweisschilder, diese allein reichten aus seiner Sicht aber nicht aus. Seit Einführung der neuen Vorgabe vor wenigen Tagen seien vereinzelt Menschen nicht eingelassen worden.
Auslöser für die Entscheidung war nach Angaben Nobels ein Vorfall vom vergangenen Wochenende. Der Geschäftsführer, der selbst als Rettungsschwimmer tätig ist, habe ein Kleinkind aus einem viel zu tiefen Wasserbereich retten müssen. Der See sei stellenweise bis zu 13 Meter tief, was erhebliche Gefahren mit sich bringe.
Personal soll entlastet werden
Nach Darstellung des Betreibers müssten besonders Kinder verstehen, wie sie sich am Wasser zu verhalten haben. Zudem sollten sie von Aufsichtspersonen begleitet werden, die ebenfalls wissen, wie sie in solchen Situationen handeln müssen. Wichtig sei auch, dass Rettungsschwimmer Badegäste direkt ansprechen können und von ihnen verstanden werden.
Komme etwa eine Gruppe ins Bad, in der niemand ausreichend Deutsch spreche, löse das bei ihm und seinem Team Bedenken aus, sagte Nobel. Mit der neuen Einlassregel solle außerdem das Personal entlastet werden. In der Vergangenheit habe es immer wieder Diskussionen gegeben, weil Bademeister nicht bereit gewesen seien, die Baderegeln für einzelne Personen in ein Übersetzungsprogramm einzusprechen. Laut Nobel arbeite das Team ohnehin bereits an seiner Belastungsgrenze.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion