Bayern

Zu Fuß statt Auto? So tickt Bayern jetzt

Auto, Bus oder zu Fuß: Wie bewegen sich die Bayern wirklich? Neue Studie zeigt überraschende Trends im Freistaat.

22.06.2026, 11:00 Uhr

Studie zur Mobilität in Bayern: Auto bleibt dominant, Fußwege nehmen zu

Das Auto ist in Bayern weiterhin das wichtigste Verkehrsmittel, wird im Alltag aber etwas seltener genutzt als noch vor einigen Jahren. Gleichzeitig legen mehr Menschen ihre Wege zu Fuß zurück. Das geht aus den bayerischen Ergebnissen der bundesweiten Untersuchung „Mobilität in Deutschland“ hervor, für die 2023 und 2024 rund 40.000 Haushalte im Freistaat befragt wurden.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) wertete die Ergebnisse als Beleg für einen funktionierenden Mobilitätsmix. Entscheidend sei, die verschiedenen Verkehrsmittel sinnvoll zu kombinieren, statt sie gegeneinander auszuspielen.

Insgesamt etwas weniger Verkehr

Im Vergleich zu 2017 ist das gesamte Verkehrsaufkommen in Bayern leicht gesunken. Die Zahl der täglich zurückgelegten Wege verringerte sich von rund 40 Millionen auf 39 Millionen. Auch der Anteil der Menschen, die an einem durchschnittlichen Tag das Haus verlassen, ging zurück: von 86 auf 82 Prozent.

Zu Fuß häufiger, Auto etwas seltener

Besonders auffällig ist der Anstieg beim Zufußgehen. Inzwischen werden 24 Prozent aller Wege in Bayern zu Fuß erledigt, 2017 waren es noch 20 Prozent.

Der Anteil des Radverkehrs blieb mit 11 Prozent unverändert. Auch Busse und Bahnen kommen weiterhin auf 10 Prozent. Rückläufig ist dagegen der motorisierte Individualverkehr: Der Anteil von Auto, Motorrad und ähnlichen Fahrzeugen sank von 59 auf 56 Prozent aller Wege.

Mehr Fahrzeuge in den Haushalten, aber geringere tägliche Nutzung

Obwohl das Auto etwas seltener genutzt wird, besitzen mehr Haushalte im Freistaat einen Wagen. 85 Prozent der Haushalte verfügen mittlerweile über mindestens ein Auto, vier Prozentpunkte mehr als 2017. In 33 Prozent der Haushalte stehen sogar mindestens zwei Pkw.

Gleichzeitig nahm die tägliche Autonutzung ab: Während 2017 noch 52 Prozent der Menschen täglich mit dem Auto unterwegs waren, sind es nun 48 Prozent.

Wege vor allem für Arbeit und Freizeit

Die Studie zeigt auch, aus welchen Gründen die Menschen unterwegs sind. 30 Prozent aller Wege stehen im Zusammenhang mit dem Beruf, das sind drei Prozentpunkte mehr als 2017. Rückläufig sind dagegen Erledigungsfahrten, deren Anteil von 14 auf 11 Prozent sank. Auch Einkaufswege gingen leicht von 15 auf 14 Prozent zurück.

Mehr Bedeutung gewonnen hat der Freizeitverkehr: Sein Anteil stieg von 28 auf 30 Prozent.

Bei den insgesamt zurückgelegten Kilometern ergibt sich jedoch ein etwas anderes Bild. So sank der Anteil der beruflich bedingten Personenkilometer von 38 auf 36 Prozent. Laut Studie spricht das für Auswirkungen durch Homeoffice, weil vor allem Menschen mit längeren Arbeitswegen seltener pendeln.

Fast 40.000 Haushalte im Freistaat beteiligt

Für die bundesweite Erhebung im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums wurden in den Jahren 2023 und 2024 mehr als 218.000 Haushalte in Deutschland zu ihrem Mobilitätsverhalten befragt. Frühere Erhebungen hatte es bereits 2002, 2008 und 2017 gegeben.

In Bayern nahmen zwischen April 2023 und Juli 2024 fast 40.000 Haushalte teil. Einschließlich Kindern wurden damit gut 78.000 Menschen aller Altersgruppen erfasst. Auf dieser Grundlage wurden die Ergebnisse auf ganz Bayern hochgerechnet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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