Nordrhein-Westfalen

Sparkassen-Hammer: Ab Freitag Dokumente zurück!

Nach dem Mega-Coup in Gelsenkirchen gibt es ab Freitag erste Fundstücke zurück – doch der Ärger der Kunden eskaliert.

05.05.2026, 14:20 Uhr

Erste Rückgaben nach Schließfach-Einbruch in Gelsenkirchen starten am Freitag

Kundinnen und Kunden, die vom schweren Einbruch in eine Gelsenkirchener Sparkasse Ende Dezember betroffen sind, sollen ab diesem Freitag erste Gegenstände und Unterlagen aus ihren beschädigten Schließfächern zurückerhalten. Nach Angaben des Instituts handelt es sich um etwa 50.000 Objekte, die die Täter im völlig verwüsteten Tresorbereich zurückgelassen hatten. Darunter könnten sich auch wertvolle Stücke befinden, erklärte eine Sprecherin.

Zunächst will die Sparkasse Dokumente herausgeben, die sich eindeutig bestimmten Personen zuordnen lassen, etwa Fahrzeugpapiere oder Kaufverträge. Vorstandschef Michael Klotz sagte, man wolle schon für Freitag erste Übergabetermine festlegen. Die Zuordnung der Funde sei allerdings äußerst aufwendig und gleiche einem riesigen Puzzle.

Noch keine Zahlungen aus der Schließfachversicherung

Bisher seien über die Schließfachversicherungen noch keine Entschädigungen ausgezahlt worden, teilte die Sparkasse weiter mit. Zunächst müsse der gesamte Schaden jedes einzelnen Kunden vollständig erfasst werden. Die Versicherung ersetzt im Regelfall bis zu 10.300 Euro pro Schließfach, sofern die Betroffenen den Wert des Inhalts belegen können.

Für Donnerstagnachmittag haben Geschädigte in der Nähe der Sparkasse eine Demonstration angekündigt. Nach Polizeiangaben werden zwischen 500 und 1.000 Teilnehmer erwartet. Sparkassenchef Klotz betonte, man nehme sowohl die Kritik als auch die Protestaktion sehr ernst. Der direkte Austausch mit den Kundinnen und Kunden sei der Bank wichtig. Ob Klotz am Donnerstag persönlich zu den Demonstrierenden sprechen wird, blieb zunächst offen.

Ermittlungen gegen unbekannte Täter dauern an

Die bislang nicht gefassten Einbrecher waren nach Weihnachten 2025 in die Sparkasse eingedrungen. Dabei überwanden sie sämtliche Sicherheitsvorkehrungen, verschafften sich mit einem großen Kernbohrgerät Zugang zum Tresorraum und brachen nahezu alle der 3.100 Schließfächer auf.

Kurz nach der Tat schätzte die Polizei den Gesamtschaden auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Inzwischen gilt jedoch auch ein deutlich höherer Schaden im möglicherweise dreistelligen Millionenbereich als nicht ausgeschlossen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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