Nordrhein-Westfalen

Flammen vor Monschau – kommt jetzt die Evakuierung?

Alarm in Monschau: Weitere Ortsteile sollen sich auf eine Evakuierung einstellen – der Waldbrand steht nur 3 Kilometer vor der Grenze.

16.08.2026, 01:18 Uhr

Die Gefahrenlage in der grenznahen Eifelstadt Monschau hat sich nach Einschätzung der Feuerwehr zunächst entspannt. Einsatzleiter Philipp Krüger sagte am Morgen, man fahre den Einsatz zurück. Bereits in der Nacht sei ein Großteil der rund 90 Einsatzkräfte abgezogen worden. Derzeit seien noch 20 Kräfte in Reserve vor Ort.

Die Feuerfront des großen Waldbrandes im belgischen Hohen Venn war zuletzt nahe an die deutsche Grenze herangerückt. Monschau liegt selbst nur rund zwei Kilometer von Belgien entfernt. Die Stadt hatte deshalb am Samstag rund 5.000 Menschen in den Ortsteilen Kalterherberg und Mützenich vorsorglich gebeten, sich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten.

Warnung soll voraussichtlich zurückgenommen werden

Nach Angaben der Feuerwehr wird diese Warnung nun voraussichtlich in Kürze aufgehoben. Seit der Nacht habe sich die Feuerfront nicht weiter auf Monschau zubewegt, sagte Krüger. Die Entwicklung werde aber weiterhin genau beobachtet. Falls sich die Lage wieder verschärfen sollte, könnten Kräfte erneut verstärkt werden.

Damit bleibt es in Monschau zunächst bei Vorsichtsmaßnahmen, ohne dass aktuell von einer Evakuierung ausgegangen wird.

Waldbrand in Belgien weiter eine ernste Lage

Unverändert kritisch ist die Situation im belgischen Naturschutzgebiet Hohe Venn. Dort hatte sich der Brand zuletzt weiter ausgedehnt. Nach Angaben der wallonischen Regierung ist derzeit zwar nicht absehbar, dass die Flammen die Grenze nach Deutschland überschreiten, unter Kontrolle ist das Feuer aber weiterhin nicht.

Die Löscharbeiten bleiben schwierig, weil das Gelände in Grenznähe schwer zugänglich ist. Hinzu kommen ausgedehnte Torfmoore, die die Brandbekämpfung zusätzlich erschweren. Zur Unterstützung sollten auch zwei niederländische Löschhubschrauber eingesetzt werden.

Orte in Belgien bereits evakuiert

Während sich die Lage auf deutscher Seite vorerst entspannt, war sie in Belgien bereits deutlich ernster. Die direkt an Kalterherberg grenzende Ortschaft Küchelscheid wurde nach Angaben der Stadt Monschau evakuiert. Nach belgischen Behörden mussten zudem in zwei Gemeinden rund 600 Menschen ihre Häuser verlassen.

Als Gründe galten die schnelle Ausbreitung des Feuers, wechselnde Windrichtungen und eine starke Rauchentwicklung.

Größter Waldbrand in Belgiens Geschichte

Nach Angaben der wallonischen Regierung hat das Feuer inzwischen eine Fläche von rund 3.000 Hektar erfasst. Damit gilt der Brand weiterhin als der größte Waldbrand in der Geschichte Belgiens.

Auch auf deutscher Seite waren Einsatzkräfte in Alarmbereitschaft. In Monschau hatten Feuerwehr und Technisches Hilfswerk bereits Felder nahe der Grenze bewässert, um sich auf ein mögliches Übergreifen der Flammen vorzubereiten.

Hürtgenwald: Lage deutlich ruhiger

Im rund 20 Kilometer entfernten Hürtgenwald in der Eifel hatte sich die Lage zuletzt bereits deutlich entspannt. Dort sind nach Angaben des Kreises Düren etwa 300 Hektar betroffen. Ganz beendet ist der Einsatz aber auch dort nicht, weil weiterhin Glutnester bekämpft werden müssen.

Für den Ortsteil Gey gab es bereits Entwarnung: Die Bewohnerinnen und Bewohner durften in ihre Häuser zurückkehren, nachdem sich die unmittelbare Gefahr für den Ort verringert hatte.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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