Nordrhein-Westfalen

Dawidiuk schreibt Geschichte als jüngster GMD

Mit 25 schon Chef in Bochum: Deutschlands wohl jüngster GMD startet – und seine Pläne für die Symphoniker überraschen.

14.08.2026, 16:20 Uhr

Aurel Dawidiuk startet in Bochum mit ungewöhnlichem Einstand

Mit nur 25 Jahren hat Aurel Dawidiuk bereits als Pianist, Organist und Dirigent international auf sich aufmerksam gemacht. Jetzt übernimmt er die künstlerische Leitung der Bochumer Symphoniker. Für seinen Einstand hat sich der junge Musiker etwas Besonderes vorgenommen: Beim Antrittskonzert am 5. September wird er nicht klassisch am Dirigentenpult stehen, sondern vom Klavier aus leiten.

Dawidiuk, der zugleich auch die Intendanz des Anneliese Brost Musikforum Ruhr übernimmt, präsentiert sich dabei in einer Doppelrolle als Pianist und Dirigent. Auf dem Programm stehen Werke von Joseph Haydn, Johannes Brahms und Paul Hindemith. Der gebürtige Hannoveraner betont zwar, er wolle nicht alles auf den Kopf stellen, kündigt für die kommenden drei Spielzeiten aber neue Akzente und frische Ideen an.

Früher Start und steiler Weg

Seine musikalische Laufbahn begann sehr früh: Schon im Kindesalter spielte Dawidiuk Geige und Klavier, wenig später auch Orgel. Außerdem war er Jungstudent an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Es folgten Konzerte in vielen Städten, Wettbewerbserfolge und zahlreiche Auszeichnungen.

Ein Schlüsselerlebnis hatte er nach eigener Aussage bereits mit sechs Jahren, als er Mozarts „Zauberflöte“ erlebte. Damals sei ihm klar geworden, dass Musik und besonders das Dirigieren eine zentrale Rolle in seinem Leben spielen würden. Zwar habe er auch Tennis und Fußball gespielt, doch die Musik sei von Anfang an seine größte Leidenschaft gewesen.

Bochumer Generalmusikdirektor Aurel Dawidiuk
Offiziell hat Aurel Dawidiuk sein Amt zwar seit einigen Tagen inne, aber sein Antrittskonzert ist erst im September. Quelle: Fabian Strauch/dpa

Zuletzt war Dawidiuk als Associate Conductor beim Royal Concertgebouw Orchestra in Amsterdam tätig. Darüber hinaus dirigierte er als Gast unter anderem in Bamberg, Dresden und Tokio. Auch als Pianist und Organist war er in Städten wie Berlin, Wien und Zürich erfolgreich. Bei einem Konzert in Bochum am 9. März 2025 habe es, wie er sagt, sofort „gefunkt“.

Beethoven-Zyklus, Bruckner und Entdeckungen

Für Bochum hat sich Dawidiuk ehrgeizige Ziele gesetzt. Innerhalb von drei Spielzeiten möchte er alle neun Symphonien von Ludwig van Beethoven aufführen. Auch Werke von Anton Bruckner, zu dessen Musik er nach eigenen Worten eine besondere Nähe verspürt, sollen einen wichtigen Platz im Programm einnehmen.

Gleichzeitig will der neue Generalmusikdirektor auch weniger Bekanntes ins Repertoire holen. So plant er etwa, Musik der US-Komponistin Joan Tower vorzustellen und damit bewusst neue Klangwelten zu eröffnen.

Qualität, Nähe und Förderung des Nachwuchses

Sein Leitgedanke lautet, musikalische Exzellenz mit Wärme und Menschlichkeit zu verbinden. Besonders wichtig sind ihm junge Musikerinnen und Musiker sowie ein junges Publikum. Deshalb will er unter anderem eine Dirigier-Akademie für Nachwuchstalente ins Leben rufen. Auch über soziale Medien möchte er den Kontakt zum Publikum möglichst direkt und unkompliziert gestalten.

Vor seinem offiziellen Antrittskonzert blickt Dawidiuk nach eigenen Worten mit großer Vorfreude und positiver Anspannung auf die neue Aufgabe. Bochum sieht er bereits als zweite Heimat neben Hannover. Zu seiner neuen Wirkungsstätte möchte er möglichst oft mit dem Fahrrad fahren, im Winter dann eher mit dem Bus. Halt außerhalb der Musik geben ihm Familie und Freunde, die er als wichtigen Anker beschreibt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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