Werth erweitert ihre WM-Sammlung
Isabell Werth hat bei der Reit-WM in Aachen eine weitere Medaille gewonnen. Die Dressur-Ikone ritt mit Wendy in der Kür zu Bronze und baute ihre beeindruckende Bilanz damit auf 14 WM-Medaillen aus. Zehn davon gewann die 57-Jährige in Gold.
Den Sieg sicherte sich wie schon im Grand Prix Special die Britin Charlotte Fry mit Glamourdale. Silber ging an die Dänin Cathrine Laudrup-Dufour auf Freestyle. Platz vier belegte der Belgier Justin Verboomen mit Zonik.
Vor 40.000 Zuschauern musste Werth als letzte Starterin ins Stadion. Mit Wendy zeigte sie eine ausdrucksstarke, schwungvolle Kür. Nach dem Ritt ballte sie die Faust, das Publikum feierte sie lautstark. Ihr erster Kommentar fiel kämpferisch aus: „Wer nichts wagt, der nicht gewinnt.“
Deutsche Dressur-Reiter mit weiteren Ergebnissen
Raphael Netz belegte bei seinem WM-Debüt mit Camelot Rang acht. Frederic Wandres kam mit Bluetooth auf Platz 15.
Katharina Hemmer verzichtete dagegen nach Bronze im Grand Prix Special auf einen weiteren Start in der Kür. Als Grund nannte sie eine kurze Verletzungspause in dieser Saison. Dadurch sei die Kür nicht so vorbereitet gewesen, wie sie es sich für eine Weltmeisterschaft gewünscht hätte.
Deutsches Team greift in der Vielseitigkeit nach Silber
Am Sonntag bietet sich für die deutsche Delegation in Aachen eine weitere große Medaillenchance. Nach einem starken Auftritt von Michael Jung ist für die deutsche Vielseitigkeits-Mannschaft vor dem abschließenden Springen eine Medaille zum Greifen nah. Das Gastgeber-Team liegt weiterhin auf Rang zwei.
Im Gelände verteidigte Großbritannien seine Führung vor Deutschland. Die Entscheidung über die Team-Medaillen fällt damit erst im Springen.
Jung glänzt mit Chipmunk und führt im Einzel
Michael Jung überzeugte mit einem kraftvollen Ritt auf Chipmunk und übernahm die Führung in der Einzelwertung. Nach dem Zieleinlauf riss der dreimalige Einzel-Olympiasieger die Faust hoch und schwärmte anschließend von seinem Pferd. Chipmunk habe enormen Kampfgeist gezeigt und sei über die 24 Hindernisse nahezu geflogen.
Krajewski verliert Spitzenplatz
Weniger glücklich verlief der Geländeritt für Julia Krajewski. Die nach der Dressur führende Olympiasiegerin von Tokio fiel in der Einzelwertung auf Platz 20 zurück. Auf dem 5,6 Kilometer langen Kurs entschied sie sich an einer Stelle für die sicherere, aber längere Route. Mit Nickel überschritt sie dadurch die erlaubte Bestzeit von 9:50 Minuten deutlich. Über diese Zeitfehler zeigte sie sich enttäuscht.
Teamtaktik geht auf
Auch Malin Hansen-Hotopp blieb mit Carlitos Quidditch über der Idealzeit. Die WM-Debütantin erklärte, sie sei nicht das letzte Risiko gegangen, sondern bewusst sicher für die Mannschaft geritten. Trotz eines kurzen Wegrutschens ihres Pferdes zeigte sie sich zufrieden, weil der Plan aufging. Besonders angetan war sie von der Atmosphäre entlang der Strecke.
Libussa Lübbeke lieferte mit Caramia das Streichergebnis. Da nur die drei besten Resultate eines Quartetts in die Mannschaftswertung eingehen, zählte ihr Ritt nicht fürs Klassement. Dennoch sprach sie nach ihrer WM-Premiere im Gelände von einer mitreißenden Unterstützung durch das Publikum.
Mehrere Stürze im Gelände
Während des rund sechsstündigen Wettkampfs kam es zu mehreren Stürzen. Nach ersten Erkenntnissen blieben alle Reiter und Pferde unverletzt. Der Geländeritt gilt als Kernstück der Vielseitigkeit, die aus drei Teilprüfungen besteht, ist aber zugleich der Abschnitt mit dem größten Sturzrisiko.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber