Nordrhein-Westfalen

Flammen im Hohen Venn: Monschau lässt räumen

Flammen außer Kontrolle? Wegen des Großbrands im Hohen Venn müssen Teile von Monschau jetzt sofort evakuiert werden.

16.08.2026, 22:42 Uhr

Wegen des massiven Waldbrandes im Hohen Venn haben die Behörden eine Evakuierung in Teilen der nordrhein-westfälischen Stadt Monschau angeordnet. Nach Angaben der Stadt betrifft die Maßnahme im Ortsteil Kalterherberg derzeit die Bereiche Ruitzhof und Geisberg.

Die Entwicklung des Feuers mache eine sofortige Räumung dieser Straßenzüge nötig, teilte die Stadt mit. Die Bewohner sollen ihre Häuser umgehend verlassen. Als Notunterkunft wurde die Sekundarschule in Simmerath eingerichtet.

Betroffen sind nach Angaben der Stadt 17 Häuser und bis zu 30 Menschen.

Größter Waldbrand der belgischen Geschichte

Im Osten Belgiens kämpfen Einsatzkräfte weiter gegen den Großbrand im Naturschutzgebiet Hohes Venn. Nach Einschätzung von Belgiens Innenminister Bernard Quintin hat das Feuer inzwischen ein beispielloses Ausmaß erreicht und gilt als größter Waldbrand in der Geschichte Belgiens.

Besonders schwierig sind die Bedingungen wegen des vergleichsweise starken und ständig drehenden Windes. Quintin zufolge ist der Wind kaum berechenbar und kann sich innerhalb eines Tages um 360 Grad drehen. Dadurch lässt sich nur schwer vorhersagen, in welche Richtung sich die Flammen ausbreiten.

Am Sonntagabend bewegte sich der Brand nach Behördenangaben in Richtung Südsüdost. Inzwischen wurden rund 30 Quadratkilometer Fläche zerstört. Das Feuer war am Freitag ausgebrochen.

Noch am Sonntagnachmittag hatte Quintin erklärt, dass Teile des Brandes unter Kontrolle gebracht worden seien, darunter auch die Feuerfront, die sich auf Monschau zubewegt hatte. Bis in den späten Abend war deshalb auch in Monschau zunächst davon ausgegangen worden, dass die Flammen nicht auf deutsches Gebiet übergreifen und Evakuierungen nicht notwendig seien.

Bereits am Samstag mussten in zwei belgischen Gemeinden nahe dem Brandgebiet rund 600 Menschen ihre Häuser verlassen.

Hilfe aus mehreren europäischen Ländern

Belgien erhält inzwischen Unterstützung aus mehreren europäischen Staaten. Im Einsatz sind unter anderem zwei Löschhubschrauber aus den Niederlanden mit großen Wassertanks sowie zwei Löschflugzeuge aus Schweden. Außerdem unterstützen Feuerwehrleute aus Deutschland und Luxemburg die Löscharbeiten.

Auch die belgischen Streitkräfte helfen. Nach Angaben von Verteidigungsminister Theo Francken wurden sechs Löschfahrzeuge und ein Tankwagen bereitgestellt. Erschwert wird der Einsatz durch das unwegsame Gelände im Hohen Venn: Es gibt nur wenige Zufahrtswege, zudem machen die ausgedehnten Moorflächen die Brandbekämpfung besonders schwierig.

Nach Angaben der Provinz Lüttich ist das Feuer weiterhin nicht unter Kontrolle. Rund 500 Einsatzkräfte mit 120 Fahrzeugen sind an den Löscharbeiten beteiligt. Die Staatsanwaltschaft der Region Lüttich hat Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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