Ruppert holt EM-Gold über 3.000 Meter Hindernis
Frederik Ruppert hat sich in Birmingham erstmals den Europameistertitel über 3.000 Meter Hindernis gesichert. Der 29-Jährige gewann das Finale in 8:25,33 Minuten und feierte damit den größten Erfolg seiner bisherigen Laufbahn. Für ein starkes deutsches Ergebnis sorgte zudem Karl Bebendorf, der in 8:26,65 Minuten Bronze gewann. Silber ging an den Luxemburger Ruben Querinjean. Ruppert ist damit der erste deutsche Europameister in dieser Disziplin seit Damian Kallabis 1998 in Budapest.
Ruppert setzte sich mit einem Start-Ziel-Sieg durch. Bebendorf kämpfte sich dank eines starken Finishs noch auf das Podest, zeigte sich danach aber nicht ganz zufrieden, weil er vom Titel geträumt hatte. Niklas Buchholz belegte als drittbester Deutscher Rang neun. Bereits vor zwei Jahren hatte Bebendorf in Rom Bronze geholt, während Ruppert dort Vierter geworden war. Bis zu seinem Goldrennen in Birmingham war das sein bestes Resultat bei einer internationalen Meisterschaft.
Nach dem Rennen zeigte sich Ruppert erleichtert: „Mir fällt ein Riesenstein vom Herzen. Wir haben genau auf so ein Szenario abgezielt“, sagte er in der ARD. Mit einer Schnullergeste stürmte er ins Ziel und erklärte anschließend die besondere Bedeutung seines Jubels: „Ich werde im Januar Papa und das hat mir extrem viel Kraft und Power gegeben dieses Jahr.“
Schon im Mai mit Europarekord
Bereits früh in der Saison hatte Ruppert seine Topform angedeutet. Ende Mai stellte er im marokkanischen Rabat mit 7:57,80 Minuten einen neuen Europarekord auf. Außerdem blieb er über 5.000 Meter unter der Marke von 13 Minuten. Auf dieser Nebenstrecke gewann er Ende Juli auch den deutschen Meistertitel und setzte sich dabei sogar gegen den späteren EM-Zweiten Florian Bremm durch.
Auch Karl Bebendorf erfüllte sich in Birmingham seinen Traum von einer weiteren internationalen Medaille. Mit 8:05,55 Minuten war er als zweitbester Europäer des Jahres hinter Ruppert zur EM angereist.
Sechstes deutsches Gold am Schlusstag
Rupperts Triumph war das sechste und letzte deutsche Gold dieser Europameisterschaften. Schon am Vormittag hatte Marathonläufer Amanal Petros den Abschlusstag mit einem Titelgewinn eröffnet und zudem Silber in der Teamwertung geholt. Am Wochenende sammelten die deutschen Athletinnen und Athleten insgesamt noch mehrere weitere Medaillen.
Für die größte Überraschung aus deutscher Sicht sorgte Speerwerferin Julia Ulbricht, die in ihrem ersten großen Finale mit 61,53 Metern Silber gewann. Ebenfalls Silber gab es für die deutsche 4×100-Meter-Mixed-Staffel mit Kevin Kranz, Rebekka Haase, Heiko Gussmann und Gina Lückenkemper, die sich nur Gastgeber Großbritannien geschlagen geben musste.
Schon tags zuvor hatte Julian Weber im Speerwerfen wie bereits vor vier Jahren in München erneut den EM-Titel geholt. Der Deutsche Leichtathletik-Verband durfte damit über ein äußerst erfolgreiches Wochenende jubeln.
Mihambo verpasst Medaille knapp
Nicht für alle lief der Abschlusstag nach Wunsch. Malaika Mihambo musste sich im Weitsprung mit Platz fünf begnügen und verpasste eine Medaille denkbar knapp. Mit 6,94 Metern fehlten der 32-Jährigen beim Sieg der Italienerin Larissa Iapichino (7,00 Meter) lediglich vier Zentimeter zum Podest. Nach dem Wettkampf flossen bei Mihambo Tränen.
„Ich war meistens zu weit weg vom Brett, habe dann viel zu viel korrigiert und war dann drüber. Die Sprünge waren an sich alle gut. Ja, das ist der Sport. Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man und das ist vollkommen in Ordnung“, sagte Mihambo.
Bestes deutsches EM-Ergebnis seit 1998
Insgesamt beendete das deutsche Team die Titelkämpfe mit sechsmal Gold, zehnmal Silber und fünfmal Bronze. Damit gelang dem DLV die beste EM-Bilanz seit 1998 in Budapest. Im Medaillenspiegel bedeutete das hinter Großbritannien und Italien Rang drei.
Auch die Ausbeute der vergangenen Europameisterschaften wurde damit klar übertroffen. In Rom hatte es 2024 einschließlich der nicht olympischen Teamwertungen im Marathon elf Podestplätze gegeben, in München vor vier Jahren 16 Medaillen. Nun stand die beste deutsche EM-Ausbeute seit Budapest 1998, als sogar 23 Medaillen und acht Goldene gewonnen wurden.
DLV-Leistungssport-Vorstand Jörg Bügner zog ein positives Fazit, verwies aber auch auf weiteres Entwicklungspotenzial mit Blick auf die Weltspitze und die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber