Schüsse und Messerattacke in Hamburger Kulturverein
In einem Kulturverein im Hamburger Stadtteil Ottensen ist es am späten Sonntagabend zu einer Gewalttat gekommen. Nach Angaben der Polizei schossen zwei maskierte Männer auf einen 14-Jährigen und verletzten ihn am Oberschenkel. Außerdem erlitt ein 20-Jähriger mehrere Stichverletzungen. Die Angreifer konnten nach der Tat flüchten.
Der Jugendliche wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Den 20-Jährigen fanden Einsatzkräfte bei einer sofort eingeleiteten Fahndung unweit des Tatorts. Er soll sich zum Zeitpunkt des Angriffs in dem türkischen Kulturverein aufgehalten haben und kam ebenfalls in eine Klinik.
Zuvor hatten mehrere Menschen der Polizei Schüsse gemeldet. Die Suche nach den Tätern blieb zunächst erfolglos. Nun bitten die Ermittler Zeuginnen und Zeugen um Hinweise. Nach ersten Erkenntnissen könnten frühere Auseinandersetzungen der Auslöser für die Tat gewesen sein.
GdP verlangt stärkere Vorbeugung
Nach dem Vorfall forderte die Gewerkschaft der Polizei den Hamburger Senat auf, eine Präventionsoffensive zu starten. Jugendliche müssten besser darüber informiert werden, wie kriminelle Gruppen junge Menschen anwerben und welche Folgen Gewaltkriminalität tatsächlich habe.
Der Hamburger GdP-Landeschef Lars Osburg erklärte, bislang sei unklar, was genau hinter der Verletzung des 14-Jährigen stecke, deshalb seien Spekulationen fehl am Platz. Zugleich mache der Fall deutlich, wie nah Schusswaffen jungen Menschen inzwischen gekommen seien. Hamburg dürfe nicht abwarten, bis aus der Anziehungskraft von Waffen, Macht und schnellem Geld ein krimineller Lebensweg werde.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber