Fußball

HSV blamiert sich: Mainz zerlegt Hamburg zum Fehlstart

Transfer-Hype verpufft: Mainz zerlegt den HSV mit 5:0 – und in Hamburg stellt sich jetzt eine unbequeme Frage.

06.09.2026, 17:22 Uhr

Mainz 05 feiert klaren 5:0-Auswärtssieg beim HSV

Der FSV Mainz 05 hat dem Hamburger SV die Heimspielpremiere der neuen Bundesliga-Saison gründlich verdorben. Die Rheinhessen gewannen im ausverkauften Volksparkstadion gegen bedenklich schwache Gastgeber beinahe mühelos mit 5:0 (2:0). Für Mainz trafen Sheraldo Becker (20.), Phillipp Mwene (42.), Phillip Tietz (48./83.) sowie der eingewechselte frühere Hamburger Ransford Königsdörffer (90.+1).

Nach dem torlosen Auftakt gegen den SC Paderborn und dem Sieg in Hamburg ist der Saisonstart für das Team von Trainer Urs Fischer gelungen. Beim HSV wächst dagegen nach der zweiten Niederlage im zweiten Spiel die Sorge: null Punkte, kein eigenes Tor und vorerst der letzte Tabellenplatz.

Stimmen zum Spiel

HSV-Torhüter Daniel Heuer Fernandes zeigte sich nach dem Debakel bei DAZN deutlich enttäuscht: „Ärgerlich. Das ist ein Brett. Das müssen wir verarbeiten“, sagte er. Zugleich versuchte er den Blick nach vorn zu richten: „Aber wir wissen, dass wir am Anfang sind und werden uns davon erholen einen Tag, aber dann geht es auch wieder weiter.“

Auch HSV-Kapitän Nicolai Remberg kritisierte den Auftritt seiner Mannschaft: „Wir haben es, unabhängig von den individuellen Fehlern, nicht geschafft, mal gefährlich nach vorn zu kommen.“ Trainer Merlin Polzin bemängelte vor allem die fehlende Gegenwehr: „Wir haben eine schlechte Leistung gezeigt und dafür stehen wir gerade.“ Zudem sprach er von Kampflosigkeit.

Mainz-Coach Urs Fischer lobte seine Mannschaft dagegen ausdrücklich: „Es war eine sehr gute Leistung. Wir waren über 90 Minuten griffig. Die drei Punkte nehmen wir gern mit.“ Entscheidend sei gewesen, dass seine Elf zu den richtigen Zeitpunkten getroffen habe. Zudem betonte er: „Ich fand, dass wir sehr stabil waren über 90 Minuten und wirklich nicht viel zugelassen haben.“

Souveräne Mainzer gegen verunsicherte Hamburger

Vor 57.000 Zuschauern im wie schon in der vergangenen Saison ausverkauften Volksparkstadion wollte der HSV zunächst mit viel Pressing die Spielkontrolle an sich reißen. Die Hamburger störten früh das Aufbauspiel der Mainzer, verloren nach rund zehn Minuten aber zunehmend den Zugriff.

Mainz wurde mit fortschreitender Spieldauer klar stärker und kam auch deshalb zu guten Möglichkeiten, weil sich die Gastgeber immer wieder grobe Fehler leisteten. Besonders Jordan Torunarigha erwies sich in der Defensive als Unsicherheitsfaktor.

Vier Neue in der HSV-Startelf

Der Mannschaft von HSV-Coach Merlin Polzin war anzumerken, dass diese Formation so noch nie zusammengespielt hatte. Im Vergleich zum 0:2 zum Saisonstart bei Borussia Dortmund stellte er seine Anfangself auf vier Positionen um.

Unter anderem rückte der erst am Dienstag verpflichtete Zakaria El Ouahdi auf der rechten Seite für Bakery Jatta ins Team. Links begann der ebenfalls erst am Dienstag ausgeliehene David Möller Wolfe anstelle von Louis Lemke. Rückkehrer und Hoffnungsträger Fabio Vieira saß zunächst nur auf der Bank.

Hamburger Fehler ebnen Mainz den Weg

Nicht die Neuen allein waren für den schwachen HSV-Auftritt verantwortlich. Mainz präsentierte sich insgesamt reifer, strukturierter und besser abgestimmt. Nationalspieler Nadiem Amiri lenkte das Spiel der Gäste, während Becker die Hamburger Abwehr ständig beschäftigte und schon in der 10. und 18. Minute die Führung auf dem Fuß hatte.

Das 1:0 fiel nach einem Fehlpass von HSV-Kapitän Nicolai Remberg im Mittelfeld. Kaishu Sano reagierte schnell, leitete weiter auf Becker, der Daniel Heuer Fernandes keine Chance ließ.

Danach wurde das Spiel der Hamburger noch fahriger. Mainz blieb ruhig und kontrollierte die Partie. Kurz vor der Pause erhöhte Mwene nach starker Vorarbeit von Becker folgerichtig auf 2:0.

Fabio Vieira sorgt kurz für Hoffnung – dann trifft Mainz wieder

Mit Beginn der zweiten Halbzeit setzte Polzin auf frische Impulse und brachte Patson Daka, Shafiq Nandja und schließlich auch Fabio Vieira, dessen Einwechslung von den Fans lautstark gefeiert wurde.

Doch die aufkommende Hoffnung hielt nur kurz. Bereits drei Minuten später traf Tietz zum 3:0 und erstickte die HSV-Euphorie im Keim. Auch danach blieb Mainz die klar bessere Mannschaft. Hamburg fand offensiv keinerlei Mittel und kam erneut zu keiner ernsthaften Torchance. Selbst Vieira konnte dem Spiel der Gastgeber keine entscheidende Wendung geben. Für Mainz-Torhüter Alexander Schwolow blieb es damit ein weitgehend ruhiger Nachmittag.

HSV entgeht Rot – Niederlage wird noch höher

In der Schlussphase hatte der HSV zudem Glück, dass Nicolas Capaldo nach 69 Minuten nicht des Feldes verwiesen wurde. Er stoppte den kurz zuvor eingewechselten und durchgebrochenen Königsdörffer mit einem Bodycheck kurz vor dem Strafraum. Schiedsrichter Tobias Reichel wertete die Szene jedoch nicht als Notbremse.

Die Mainzer nutzten ihre Überlegenheit konsequent aus: Tietz erhöhte auf 4:0, ehe ausgerechnet der frühere Hamburger Königsdörffer in der Nachspielzeit den Schlusspunkt zum 5:0 setzte.

Fazit

Während Mainz mit einem souveränen Auswärtsauftritt seine starke Frühform unterstreicht, steht der HSV nach zwei Spielen bereits spürbar unter Druck. Die Hamburger wirkten verunsichert, unausgewogen und offensiv ideenlos – Mainz dagegen abgeklärt, eingespielt und gnadenlos effizient.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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