Hamburg

Mord auf Hamburgs Fabrikgelände: Zwei Männer tot

Schüsse in St. Pauli? Auf einem Fabrikgelände sterben zwei Männer – jetzt jagt die Polizei den mutmaßlichen Täter.

02.09.2026, 03:12 Uhr

Auf einem Gewerbehof in der Hamburger Lagerstraße im Stadtteil St. Pauli sind in der Nacht zwei Männer getötet worden. Ein weiterer Mann wurde schwer verletzt. Nach Angaben der Polizei hatten Zeugen am späten Dienstagabend Schussgeräusche gehört und den Notruf gewählt.

Mehrere Streifenwagen rückten daraufhin zu dem Gelände nahe der S-Bahn-Station Sternschanze aus. Dort fanden die Einsatzkräfte zunächst einen 47 Jahre alten Mann mit einer mutmaßlichen Schussverletzung. Reanimationsversuche blieben ohne Erfolg.

Bei der anschließenden Durchsuchung eines Gebäudes entdeckten die Beamten einen weiteren tödlich verletzten Mann. Seine Identität war am Mittwochmittag noch nicht geklärt.

Zudem wurde ein 48-Jähriger schwer verletzt. Nach bisherigen Erkenntnissen machte er sich noch vor dem Eintreffen der Polizei selbst auf den Weg in ein Krankenhaus. Lebensgefahr besteht nach derzeitigem Stand nicht.

Nach der Tat leitete die Polizei eine umfangreiche Fahndung ein. Daran waren mehr als zwei Dutzend Funkstreifenwagenbesatzungen beteiligt. Auch eine Drohne kam zum Einsatz.

Zu den Hintergründen der Tat machten die Ermittler zunächst keine näheren Angaben. Die Mordkommission geht aber davon aus, dass sich Täter und Opfer kannten. Inzwischen haben das Landeskriminalamt für Organisierte Kriminalität und die Mordkommission gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen.

Die Polizei sucht nun Zeugen, die Hinweise zu dem Vorfall geben können.

Geprüft wird auch, ob es einen Zusammenhang zu einer früheren Tat am selben Ort gibt: Ende Juni war laut Polizei eine Handgranate auf ein Betriebsgelände in der Lagerstraße geworfen worden. Dabei wurden ein Gebäude und mehrere Autos beschädigt.

Politische Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Der Hamburger AfD-Fraktionschef Dirk Nockemann übte Kritik an der Sicherheitslage in der Hansestadt und warf dem Senat vor, die Situation zu verharmlosen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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